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Klaus Kelle

unregistriert

1

Mittwoch, 18. März 2015, 06:26

Journalisten-Deutsch

Ja, Freunde, was denn nun?

“Polzei erschießt 19-jährigen Afroamerikaner” lese ich in der Süddeutschen Zeitung über einen tragischen Zwischenfall in den USA und bin verwirrt. Sollen unsere Medien bei Polizeiberichten nicht darauf verzichten, Ethnien zu nennen? Werden nicht Täter mit Migrationshintergrund in deutschen Medien immer als “Jugendliche” bezeichnet? Hätte also die SZ nicht schreiben müssen “Polizei erschießt 19-jährigen Jugendlichen”? Ich meine, andernfalls könnte man ja auch den Gedanken kommen, dass mit zweierlei Maß gemessen wird. Wenn es in den progressiven Mainstream passt, wird die Ethnie genannt, wenn es nicht passt, lässt man sie weg. Aber das kann ich mir bei einer Qualitätszeitung wie der Süddeutschen nicht vorstellen….

Alexander Droste

unregistriert

2

Mittwoch, 18. März 2015, 06:35

Was wäre, wenn ein schwarzer Polizist einen weißen Jugendlichen erschossen hätte? Was stünde dann in der SZ?

Wie ist das Verhältnis der Straftäter auf Deutscher Seite im Vergleich zu nicht Deutschen, allesamt mit Migrationshintergrund? Was würde passieren, wenn man das jedes mal schreibt? Der Aufschrei wäre wie folgt: “Ach, immer diese Ausländer, Türkengelump, Moslems abschieben, die Russen sind Diebesgesindel!” O.ä. Obwohl bei Ausländern ja auch Unterschiede gemacht werden. Wenn z.B. ein Niederländer oder Schwede Autos klaut. Da sieht man auch mal großzügig drüber weg. Würde das auch die gleiche Reaktion auslösen, wenn man schriebe: “Ein Deutscher hat eine Oma überfallen.”
Warum sollte das also immer in der Zeitung stehen, welche Nationalität ein Untugendbold hat? Damit man etwas für seine Schubladen hat?

berlin

Kaiser aller Tiere - gottähnlich

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3

Mittwoch, 18. März 2015, 07:35

Ach, das sehe ich weniger tragisch. Journalisten besuchen eine Journalistenschule, und da lernen sie, wie man einen Artikel journalistisch "aufmacht". Tunlichst mit Foto, mit Teaser, keine Wiederholungen. Es gibt sogar einen ganzen Katalog mit Synonymen.

Eine Mail, ein Brief muss einen Betreff haben. Mein Enkel meinte sogar, dass ein Witz eine Überschrift haben müsse.

Eine Bevölkerung, die die Maßnahmen der Regierung ablehnt" wird immer moniert, "wähle ein anderes Wort".

Der Bezirksbauführer Bonnekau aus Dellbrück war bekannt dafür, dass er jeden Artikel des KStA sezierte und wütende Leserbriefe wegen Verhunzung der deutschen Sprache an die Redaktion schrieb. In einer Prüfungsarbeit hatte ich geschrieben, dass die Interessen der Bevölkerung und die Interessen der Verwaltung in Übereinstimmung gebracht werden müssten. Ich wurde zu Bonnekau zitiert. Eine Stunde diskutierten wir, dann kam Interessen der Bevölkerung und Belange der Verwaltung heraus.

Die Admins der Stadtmenschen versuchten, uns zu perfekten Journalisten zu erziehen. Der ganz brauchbare Admin Stefan änderte Teaser, Überschrift und Bild bis zu dreimal ab.

Ferguson hat nun mal traurige Berühmheit erlangt, weil die schwarze Bevölkerung bei der Polizei "schlechte Karten" hat. Da hat das Wort "Afro-Amerikaner" seine Bedeutung.



Ich bin Techniker. Für mich ist Volt Volt, Watt Watt, Hitler Hitler. (dreimal rot unterstrichen)
Hat es wirklich Sinn, wegen eines einzelnen Wortes eine riesige Diskussion anzufangen? Ist ein Stinkefinger eine Katastrophe? Wer kann überhaupt Ukrainisch? Vielleicht hat der griechische Finanzminister über die deutschen Grünen gesprochen.

Der Postillon behauptet sogar, dass Giannis Varoufakis seit Geburt gar keinen rechten Mittelfinger hat.

Merkel ist Bundeskanzlerin, CDU-Vorsitzende, Angela, Ändjie, Muddi, Ostdeutsche, evangelisch, kinderlos, pummelig, Fake-Darstellerin in Paris, Putin-Nichtversteherin.

4

Mittwoch, 18. März 2015, 07:45

Das Spiel mit den Ethnien ist ganz mies. Dem Bürger der das immer wieder liest, wird davon in seinem Denken beeinflusst - baut Ängste auf. Presse soll doch nur informieren und keine Propagandaarbeit leisten. Aber eben das tut sie - sie hetzt uns gegeneinander auf. So ist schnell und flockig ein kleiner Mob zu aktivieren.

5

Donnerstag, 19. März 2015, 18:31

Aber eben das tut sie - sie hetzt uns gegeneinander auf.

Woran glaubst Du das zu erkennen? Mit Verlaub - ich nehme da etwas ganz Anderes wahr.

Im Vorjahr geriet mein Heimtstätchen kurz in die Schlagzeilen. Es ging um "Übergriffe" des Wachpersonals auf "Migranten" in der Flüchtlingsunterkunft.

Nun war kurz darauf nichts mehr über diese Angelegenheit zu hören oder zu lesen. Die Berichtserstattung reichte hingegen, um einen Mitarbeiter meiner Lebensgefährtin zu der Bemerkung zu bewegen, das Städtchen sei ja ein "Brennpunkt".

Nun, woran glaubt er - abseits der medialen Darstellungen - dies fest machen zu können, von Köln aus?

Zunächst einmal: die auf die anfängliche "Misshandlungs"-Hype folgende brüllende Stille nehme ich als deutliches Zeichen dafür, dass die Vorwürfe sich nicht haben bewahrheiten können. Zugegeben, das allein wäre rein spekulativ, begründet sich jedoch in der Beobachtung eines journalistischern Duktus, der ob (möglicher!) "rechter" Indizien der Schnappatmung nahe gerät, hingegen nicht-"rechtes" Fehlverhalten entweder unter den Teppich kehrt oder kaputt relativiert. Das ist es aber nicht allein.

Denn wir haben ja noch mannigfaltige Kontakte in die Heimat. Die Anwohner (und nicht nur die, das Städtchen ist nun einmal nicht groß) beklagen Unruhe, Polizeieinsätze am laufenden Band, eine massive Zunahme an Einbrüchen und Diebstählen - die frustrierte Aussage eines in der Nachbarschaft tätigen Bekannten sprach Bände: "Und ich hab' immer geglaubt, das gäb's nur im Fernsehen." Einer meiner früheren Nachbarn, Polizeibeamter auf der örtlichen Wache, bestätigt diese Entwicklung. Hatten die Beamten bis dato in der Verfolgung kleinerer Verkehrsdelikte den Hauptteil ihrer Tätigkeit verorten können, so gehe es heute "richtig zur Sache". Die Menschen verschließen jetzt ihre Häuser und Türen, die kleine Sicherheitsbranche, bislang ein Stiefkind der heimischen Wirtschaft, boomt. Steht darüber etwas in der Lokalpresse, erfährt man darüber etwas in der Tagesschau? Aber das Städtchen ist ja ein "Brennpunkt". ?(

Die Lokalpresse hat sich trotzdem verraten. In der Lokalausgabe vom 25. Januar wird dort über die Jahreshauptversammlung des Löschugs 1 der Freiwilligen Feuerwehr berichtet. Dem Bericht zufolge lobte der Löschzugführer ausdrücklich die Motivation der Kameraden. Als Beispiel werden dazu explizit die Einsätze im "Übergangswohnheim" angeführt. Sechs Mal habe man ausrücken müssen, "am schlimmsten Tag drei Mal".

Ach so? Das "Übergangswohnheim" kenne ich gut. Es handelt sich um das frühere "Kriegsblindenheim". Dieser Name zeigt deutlich das Alter, die Bestimmung - und eben auch, wieso es heute nicht mehr das "Kriegsblindenheim" sein muss. Die Zeit hat die Bestimmung erledigt. Auffällig ist jedoch, das es dort in über 50 Jahren zuvor nie gebrannt hat - kein einziges Mal!

Ich zähle nun Zwei und Zwei zusammen. Ganz klar: mein Heimatstädtchen ist ein "Brennpunkt". Wahrscheinlich, weil es nun dort so oft brennt. :thumbdown:

Wer hetzt hier wen gegen wen auf, Struppi? Mehr als höchst einseitige "Bericht"erstattung vermag ich nicht zu erkennen, und nur, wem die örtlichen Gegebenheiten bekannt sind, der vermag die Informationsbröckchen zu einem großen Bild zusammen zu fügen.

Vielleicht ist aber auch alles fehlgedeutet. Aber dann frage ich mich, wieso nicht offen über das berichtet wird, was die Anwohner im persönlichen Kontakt vermelden, was ein Polizeibeamter bestätigt.

Die Medien verfolgt man dort natürlich auch. Und registriert das Gleiche wie ich. Ein dummes Gefühl will nicht mehr von uns weichen. Wie sollte das auch nicht sein? Aber dann wird eine Riesenwelle gemacht, wenn der Begriff "Lügenpresse" aufkommt?

Das "Spiel mit den Ethnien" hat viele Facetten.



P. S.: heute weiß die Presse etwas besonders Verwerfliches zu melden: beim Public Viewing während der WM hat ein - einschlägig bekannter - besoffener Vollidiot doch tatsächlich "Heil Hitler" in die Menge gerufen. DAS ist nun natürlich eine Schlagzeile wert, bestätigt es doch den "Brennpunkt".

Mit Verlaub: ich kenne dieses Arschloch. Niemand nimmt dieses lebensuntüchtige Kamel ernst. Aber eine Extrameldung war die Verhandlung vor dem Amtsgericht wert. Die dümmlichen Rufe müssen ja zu ganzen Leichenbergen auf dem Marktplatz geführt haben.
Falls Sie hier die Flöhe husten hören:
es könnten Ihre eigenen sein! :D

6

Donnerstag, 19. März 2015, 20:20

Es wird immer wieder gehetzt - Jung gegen Alt, Arbeiter gegen Arbeitslos, im Moment Impfer gegen Nichtimpfer und so weiter.


Zudem ist alles mögliche heutzutage Rechts. Um das zu unterstreichen, ist auch noch ein Toleranzpapier in Arbeit, welches einen noch schneller in irgendwelche Schubladen und zu Vorstrafen bringt. Wir kriegen gerade extrem eingebläut, was alles rechts ist, wie bäh das ist und wie dagegen zu halten ist. Man könnte auch sagen Linientreu. Nur auf wessen Linie? Besonders in Anbetracht, dass der Westen in der Ukraine ein paar Nazis supportet.


Wir erleben super gemachtes Brainwashing. Nirgendwo sind wir vor den Säulen der Politik sicher - böse Klimaerwärmung, böse Muslime, böse Menschen, böse Viren und so weiter. Hauptsache Angst.

7

Freitag, 20. März 2015, 00:28


cornelius

unregistriert

8

Freitag, 20. März 2015, 02:45

"Goebbels wäre solch ein Lapsus nie passiert." Reichskanzler Hitler bei Postillon)

10

Freitag, 20. März 2015, 17:05

"Mein Vertrauen in die etablierten Medien hielt sich schon immer in Grenzen. Wir wissen aus vergangen Zeiten: Wenn es hart auf hart kommt, ist es vorbei mit der differenzierten Berichterstattung . Man denke nur an die 60ern Jahre und was es da an Hetze gegen die Studentenbewegung gab. Oder an die Zeiten des Jugoslawienkriegs."

berlin

Kaiser aller Tiere - gottähnlich

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11

Samstag, 30. Juni 2018, 22:46

Rechtschreibung

Zitat:

"9.47 Uhr: Nächster Redner: FDP-Chef Christian Lindner. "Migration ist ein Thema, dass Regierungen und auch Parteien sprengen kann", beginnt der Liberale. (Focus)

Bedenke, dass das Das, das durch Dieses oder Jenes ersetzt werden kann, nur mit einem "S" geschrieben wird. (deutsches Grundwissen an der Volksschule ~1941).

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