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Tuesday, June 7th 2016, 11:11am

Bocklemünd meets Nörvenich

Ein kleines Alltagserlebnis führte mir heute Morgen vor Augen, dass ich im Grunde meines Herzens wohl immer noch ein "Landei" und Kind der Zeit des "Kalten Krieges" bin.

Wir sind es hier gewohnt, dass bisweilen Verkehrs- und Frachtflugzeuge bei ihrer Wende zum Anflug auf dem Flughafen KölnBonn über unsere Köpfe hinwegkurven, mal niedriger, mal höher. Sporadisch erspähen wir dann auch schon einmal die alte Ju 52, die sich stets mit dem asynchron anmutenden Gedröhne ihrer 3 Sternmotoren frühzeitig ankündigt. Etwas häufiger, dann aber akkustisch recht eindrucksvoll, zeigen sich auch einmal Eurofighter aus Nörvenich, die die Stadt in mittlerer Höhe überqueren.

Auf dem Weg zum Büro war es soeben wieder einmal soweit - unmissverständlich und durchdringend meldeten sich die Triebwerke eines der Eurofighter (im Dunst zwar nicht zu sehen, aber welche Militärmaschinen fliegen denn sonst über Köln?). Nun habe ich die Reaktionen der - wenn auch recht wenigen - Passanten wahrnehmen können. Ich registrierte alles Mögliche von Desinteresse bis hin zu entsetzten Blicken gen Himmel. Wobei mir auffällig erscheint, dass die Blicke umso entsetzter wirkten, je jünger der "Blickende" war.

Mmhh. Wie darf ich das nun deuten? Ich selbst habe interessehalber kurz nach oben geschaut und festgestellt, dass die Maschine durch den Dunst nicht zu sehen sein würde. Den Lärm habe ich natürlich wahrgenommen; da aber meine Kindheit und Jugend vom Leben in einer Tiefstflugübungszone der NATO-Streitkräfte zu Kaltkriegszeiten geprägt waren, habe ich nun schon weiß Gott Dramatischeres gehört und gesehen. Dass gerade die älteren Passanten völliges Desinteresse ausstrahlten, mag vielleicht darin begründet sein, dass sie bittere Erinnerungen an Flugzeuglärm aus ganz anderen, viel übleren Zeiten in sich tragen und nun zwar den Krach hören, jedoch keine Bedrohung (mehr) empfinden. Ob das so richtig ist?

Irgendwo zwischen Fassungslosigkeit und Panik waren dagegen die suchenden Blicke der Jüngeren (bis ca. 30 Jahre) angesiedelt. Der aus dem Nichts kommende Radau schien so etwas wie Weltuntergansgstimmung auszulösen; z. T. wurden die Köpfe regelrecht eingezogen.

Vielleicht deute ich einfach zu viel da hinein. Aber wenn diese Beobachtung und ihre Deutung richtig sind, so zeigt sich doch gerade an den jüngeren Mitbürgen, in welch ruhiger und friedlicher Zeit diese Generation hat aufwachsen dürfen.

Somit im Grunde doch ein positiver Aspekt, oder? Finde ich gut! Wie alles im Leben, so gibt es aber auch dazu eine Kehrseite: das Fehlen jeder konkreten Gefährdung seit dem Ende des Ost-West-Konflikts hat wohl auch die Suche nach neuen "Bedrohungen" beflügelt. Wäre z. B. uns "alten Säcken" vor 30 Jahren in den Sinn gekommen, das angesichts abenteuerlicher Flugmanöver hochgezüchteter Kampfjets dicht über unseren Köpfen Fahrradfahren ohne Helm "gefährlich" ist?
Falls Sie hier die Flöhe husten hören:
es könnten Ihre eigenen sein! :D

checkmate

Internet-Legastheniker

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Tuesday, June 7th 2016, 7:11pm

Was junge Leute denken, weiß ich nicht.

Ich würde denken: Will/muss der notlanden? Aber wo? Die Nonnenwerthstraße ist zu schmal. Die Neuenhöfer Allee ist zwar breiter, hat aber Oberleitungen von der früheren Linie 13.

Zuletzt habe ich ein Flugzeug ganz nah 1945 in Reiste gesehen, als ein englischer Tiefflieger Opfer (Militär-Lkw und Zivilisten) suchte. Ich sah sogar das Gesicht des Piloten. Abends konnten wir die Reise fortsetzen.

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