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1

Montag, 22. August 2016, 10:03

"Googeln statt Wissen"

Wieder einmal ein ausgezeichneter Beitrag in der "NZZ": http://www.nzz.ch/meinung/kommentare/goo…alter-ld.111900

Eduard Kaeser beschreibt treffend die Degeneration einer Gesellschaft, in der allzu Viele in einer schnöden Verlinkung das Maß aller Dinge zu erblicken glauben. Eine offene Diskussion sieht m. E. anders aus.

Man sehe mir nach, dass auch ich hier verlinkt habe :engel: - in der Vergangenheit wurden einkopierte Beiträge jedoch als "Texttapeten" bezeichnet; insoweit ein Entgegenkommen an Jene, denen Lesen offenbar zu viele Umstände macht. :rose:
Falls Sie hier die Flöhe husten hören:
es könnten Ihre eigenen sein! :D

berlin

Kaiser aller Tiere - gottähnlich

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2

Montag, 22. August 2016, 13:34

Wieder ein langer und zudem noch schwerer Text.

Aber wie jemand schreibt, das bleibt dem Betreffenden selbst überlassen. Ich kann lesen, aber ich muss nicht lesen.

In den 60ern ließ es: "Die nächste Sintflut, die Gott kommen lässt, wird aus Papier bestehen." Jetzt ist es nicht Papier geworden, sondern graue Zellen Bits und Bytes. Und weil das Gehirn nur eine bestimmte Menge aufnehmen kann, wurde der Speicher erfunden. Man friert überflüssiges Essen ein, weil man es vielleicht später noch mal gebrauchen kann.

Anne Will hat geheiratet. Die Nachricht reißt mich nicht vom Hocker, aber vielleicht kann ich sie noch mal gebrauchen. Wie die Beiden es wohl miteinander treiben? Und wie oft? Nicht, dass mich das etwas anginge. Aber neugierig war des Schneiders Weib.

Ich googele viel, jeden Tag mindestens zehnmal. Das ist doch einfacher, als jedes Mal zum Lexikon zu greifen, das zudem immer veraltet ist. Wie war das mit Napoleon und Bismarck? Nachgucken. Ich habe außerdem noch die Chronik der Deutschen aus dem Weltbild-Bücherverlag, 1983, numeriertes Exemplar 222.794, 1216 Seiten, Anschaffungspreis 98 DM, vor mir liegen.

berlin

Kaiser aller Tiere - gottähnlich

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3

Montag, 22. August 2016, 13:53

Texttapeten", der Vorwurf stammt von Lama, der lieber kurze, blöde Bemerkungen bevorzugte. Im Blögchen wurde Ladypower ob ihrer Texttapeten von escape und compikoch widerlich gemobbt (dort nachzulesen). Der letzte Admin der Stadtmenschen, Stefan, glaubte, alle fremden Beiträge durch unpassende Fotos und journalistisch verfeinerte Formulierungen verfeinern zu müssen. Ich schrieb damals, dass wir alle keine Journalisten seien und auch nicht werden wollten. Jeder soll so schreiben, wie er kann. Wenn sich dann jemand als Hemingway entpuppt, umso besser. Ich lese übrigens die Klassiker Goethe, Schiller, Kleist, Adorno auch nicht. Witze und Sprüche sind meine Spezialität.

berlin

Kaiser aller Tiere - gottähnlich

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4

Montag, 22. August 2016, 14:00

Ich habe übrigens mein Leben lang Schriftstücke verfasst, Berichte, Meldungen, Briefe, Leserbriefe, die informationen. Tippfehler und Rechtschreibfehler waren eine Katastrophe. Mein Großvater hat an der Chronik der Stadt Köln (nicht nur) gearbeitet.

"Papier,schreiben" stammelte und bettelte der Idiot Leo aus Lüsberg.

5

Montag, 22. August 2016, 16:14

Ich kann lesen, aber ich muss nicht lesen.

Richtig, aber darum geht es mir auch nicht.

Ich störe mich an (oftmals sogar schweigenden) Zeitgenossen, die zwar eine Überzeugung vertreten (bei hierhin kein Problem), die aber, sobald sie mit kontroversen Fakten konfrontiert werden, eine Flut von Links über ihre Mitdiskutanten auskippen - dies, wenn überhaupt, nur mit knappen Satzfragmenten aus eigener Schöpfung garniert. Was zumeist wohl heißen soll, dass man sein Denken und Handeln gefälligst an dem auszurichten habe, was der geneigte Besserwisser einer Verlinkung für wert befindet.

Nun spricht weiß Gott nichts dagegen, ein Online-Lexikon zu nutzen. Wenn mir z. B. ein Name partout nicht einfallen will, bietet Google natürlich Suchfunktionen, an die kein gebundenes Buch in gleicher Zeit heran kommt. Ich bin jedoch der Überzeugung, dass Vorsicht geboten ist, sobald es über harte Fakten hinaus geht. Ich möchte wissen, wann Joschka Fischer oder Helmut Kohl geboren sind? Kein Ding. Aber Google weist bei Personen des öffentlichen Lebens an vorderster Stelle den entsprechenden Beitrag auf "Wikipedia" aus, was dazu geführt hat, dass Wikipedia eine brockhausgleiche Bedeutung erlangen konnte - ohne das jedoch die Herkunft und Absicherung aller über nachweisbare Fakten hinausgehenden Auslassungen tatsächlich nachvollziehbar ist. Wikipedia hat sich daher in mancher Hinsicht als undurchsichtiges und wenig transparentes Gebilde präsentiert, das bei geschichtlichen Themen und der Behandlung politischer Ereignisse mit gebührender Distanz zu betrachten sein sollte. Eine Gerüchteküche, gewissermaßen. Und dabei habe ich doch nur Google angewählt...

Diese Verstrickungen bringen zugegebenermaßen bisweilen hochinteressante "Kollateralschäden" (im positiven Sinne) hervor. Folge ich dem einen oder anderen Link, lande ich irgendwann bei einem gänzlich anderen Thema. Zugleich aber - und eben das bemängelt der Autor im NZZ-Artikel - zeigt sich daran die Flut an Informationen und Daten, mit den wir zugeschüttet werden und die wir vielleicht noch aufzunehmen, nicht aber mehr sinnvoll einzuordnen vermögen. Allzu leicht wird man obendrein abgelenkt.

Klar, auch ich nutze Suchmaschinen. Dennoch besitze ich ein prall gefülltes Bücherregal mit stetig wachsendem Inhalt. Meine Fachbücher sind übersät mit Randnotizen, Anmerkungen und Unterstreichungen. Das soll mir ein Monitor erst mal bieten!

Mein aktueller Liebling - in der Vorwoche erstanden) - stammt aus der Feder von Prof. Richard A. Müller, einem US-Physiker. "Physics for future presidents" ("Physik für zukünftige Präsidenten") hat die recht linkische Übersetzung "Physik für alle, die mitreden wollen" erhalten. Die Vitae im Einband verweist darauf, dass dieses Buch empfohlene Standardlektüre an der Universität Berkeley (wo Muller lehrte) wie auch Handbuch für hochrangige Offiziere, Politiker und Manager in den USA sei. Eine Empfehlung aus dem entfernten Bekanntenkreis, und im Buchhandel (derzeit) nicht bestellbar, weswegen ich auf Amazon zurückgreifen musste. Nun habe ich keinerlei Ambitionen auf einen Nobelpreis für Physik, aber mich reizt doch die auch für einen Laien verständlich geschriebene Einschätzung eines Fachmanns zu technischen Themen, die gesellschaftflich und politisch z. T. sehr heiß diskutiert werden.

Wo finde ich wohl fundiertere Informationen z. B. zum Einsatz von Sonnenkollektoren? Auf einer Plattform wie "Wikipedia", von der ich tendenziell vermuten muss, dass dort Beiträge einer "redaktionellen Prüfung" zum Opfer fallen können, wie bisweilen vernehmbar ist - oder von einem Physiker, der Mitglied einiger beratender Kommissionen der US-Regierung war? Dass die deutsche Ausgabe an einigen Stellen "schmierig" übersetzt erscheint, machte es für mich bei 2 Themen erforderlich, eine externe Einschätzung einzuholen. Meine Frage ist, ob ich komplett auf dem Schlauch stehe oder ob, bedingt durch weitere lasche Übersetzungen, ein Missverständnis aufgetreten ist. Fragt mal nicht, wie viele Randnotizen das Werk schon wieder enthält...

Aber eben DAS betrachte ich als Bestandteil des Lernens - und die Verknüpfungen verhelfen mir auch und gerade im beruflichen Umfeld zu fundierteren Einschätzungen diverser Sachverhalte.

Ob die nun richtig sind, steht auf einem anderen Blatt. Immerhin habe ich mich mit den Grundlagen beschäftigt. Da finde ich es immer wieder herrlich, wenn in einer Fachdiskussion ein Kontra in Form eines Schwalls von psychedelisch anmutenden Links den Naturgesetzen den Garaus machen soll.
:thumbsup:

Mein Wissen bleibt unvollständig. Ich weiß das und halte mich daher bei Dingen zurück, von denen ich keine Ahnung habe. Ob ich mich dagegen aber an Zeitgenossen erfreuen kann, deren geradezu zwanghaftes Verlinken kaum mehr nachweist, als dass sie den Sinn des ursprünglichen Beitrags gar nicht kapiert haben?
Falls Sie hier die Flöhe husten hören:
es könnten Ihre eigenen sein! :D

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Turm 61« (22. August 2016, 18:21)


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Kaiser aller Tiere - gottähnlich

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6

Montag, 22. August 2016, 18:53

Und ich hab immer noch den Tabellen-Friedrich, Stand 1950 in Blau.

Mit Logarithmen-Tafel und Anleitung zum 37. Wurzelziehen per Hand.

Man müsste Wikipedia privatisieren. Ein Heer von neuen Arbeitsplätzen, speziell für Alte.

berlin

Kaiser aller Tiere - gottähnlich

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7

Montag, 22. August 2016, 19:03

Folge ich dem einen oder anderen Link, lande ich irgendwann bei einem gänzlich anderen Thema.
Das macht sogar Spaß. Aber irgendwann holt mich das Thema ein, was ich morgen essen will und was ich zum ersten Besuch beim Orthopäden mitnehmen muss.

berlin

Kaiser aller Tiere - gottähnlich

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8

Montag, 22. August 2016, 21:40

# 6 Und schon bekomme ich Reklame auf den Bildschirm, ich solle den Tabellenfriedrich bei Amazon für 39,95 € neu kaufen.

Das Internet ist auf Zack.

berlin

Kaiser aller Tiere - gottähnlich

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9

Montag, 22. August 2016, 22:02

Ich bin dankbar für die Links. Ich habe bei seniorbook einen Link auf meinen Beitrag "Streit zwischen VW und der Zulieferindustrie" eingestellt - und schon 6 Leser mehr.

11

Freitag, 7. Dezember 2018, 20:44

So viele Links in einem Post muss man erst mal schaffen :--)

Nachgefragt

unregistriert

12

Montag, 10. Dezember 2018, 16:26

Zitat

berlin
Kaiser aller Tiere - gottähnlich

Montag, 3. Dezember 2018, 08:59
neue Spielregeln im Forum

Ich muss leider mit einer alten Tradion brechern und auch zu löschen anfangen.

Wir sind ein deutsches Forum. Ausländische TEXTE KANN ich als Betreiber nicht verantworten.



"König der Tiere" als Rang ist albern. Es zeigt nur, dass der Schreiber kein Wort Deutsch versteht. Einen Rang kann jedes Mitglied Im Profil selbst festlegen.


Billige Reklame werde ich ebenfalls LÖSCHEN. Sie nimmt nur Speicherplatz weg, den ich teuer bezahlen muss.

Ich bin großzügig, aber kein Idiot. Dä!


Wann macht der Betreiber seine Ankündigung wahr?
?(

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