Sie sind nicht angemeldet.

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: Staedter Forum. Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

1

Samstag, 20. Dezember 2014, 02:19

Jugendliche und ihre eigene Sprache!

Yolo ich bin Hipstar und auch der Babo wenn es um feiern geht. Habe ich dich jetzt brutal krass gedisst?

Wenn ich sowas höre, dann muss ich jedes mal an einen Migranten, der noch nicht der deutschen Sprache mächtig ist, denken. Dies ist jedoch nicht richtig, denn schon lange werden diese Begriffe auch von der deutschen Jugend genutzt. Ich bin 17 und spreche mich grundsätzlich nicht gegen den "Sprachwandel" aus aber denke ich doch schwer nach wohin dieser Trend führen soll?
Werden wir in Zukunft immer "yolo" (you only live once) sagen für "egal"? Zum einen ist es ein Anglizismus aus dem Englischem und zum Anderen geht so die deutsche Sprache verloren.
Klar soll Sprache die Funktion vom vermitteln einfacher und VERSTÄNDLICHER Aufforderungen und Informationsaustausch sein. Aber ist sie das?
Meiner Meinung nach sollten wir darüber nachdenken die deutsche Sprache in ihrer Ursprungsform fortzuführen.
Wie seht ihr das?

2

Samstag, 20. Dezember 2014, 03:27

Fortführen oder Wandel kann man nicht mit ja oder nein beantworten.



Natürlich fortführen.

berlin

Kaiser aller Tiere - gottähnlich

  • Nachricht senden

3

Samstag, 20. Dezember 2014, 03:32

Wenn einer mit mir spricht, dann will er doch, dass ich ihm zuhöre. Wenn er Kisuaheli spricht, ist er für mich Luft.



Oder ich antworte in Alt-Babylonisch.

4

Samstag, 20. Dezember 2014, 07:07


5

Samstag, 20. Dezember 2014, 13:17

Hallo, Timo,

schön, mal wieder was von Dir zu lesen!

Nicht übel nehmen: an der Abstimmung nehme ich nicht teil. Wieso das?

Sprache hat sich immer schon geändert. Wollten wir uns heute noch im Idiom des Mittelalters unterhalten, wäre die "geile Braut" immer noch die "holde Maid" oder so. Die Frage, ob Änderung sein soll oder nicht, erübrigt sich - Änderung ist ein stetiger Prozess, und sie kommt, ob wir mögen oder nicht. Wie die Änderung dann tatsächlich aussieht - wer weiß?

Was sich jedoch derzeit ganz massiv zeigt, ist das Tempo, in dem sich Änderungen ergeben - und auch eine gewisse Rücksichtslosigkeit, mit der Diejenigen, die diese Änderungen anwenden, ihren Mitmenschen gegenüber treten. Von der "Maid" zur "Tusse" dauerte es immerhin Jahrhunderte. Das ist ein Punkt.

Der andere Aspekt ist aus meiner Sicht die Oberflächlichkeit, die sich hinter dem Sprachgebrauch verbirgt. Wenn mir jemand "yolo" sagt (dank Dir weiß ich jetzt, dass das "egal" heißen soll): ist diesem Menchen das Leben (sein einziges, wohlgemerkt) egal? Oder was will er mir mit dieser Aussage zum Besten geben?

Gerade das Letztgenannte stößt bei mir auf Unverständnis - mehr als die Sprache, die mir nichts oder nur wenig sagen kann und will.

Und am Rande: ich bin vor 6 Jahren nach Köln gezogen. Den alten Heimatdialekt habe ich nie gelernt. Hier bewege ich mich in der Stadt und verstehe die Menschen um mich herum bisweilen nicht. In der Stadtbahn bin ich umgeben von "Migranten", die sich in den Sprachen ihren jeweiligen Heimat unterhalten, gerate ich unter waschechte, alte Kölner, ist mir auch deren Dialekt in weiten Teilen ein Rätsel. Nun kommen Jugendliche hinzu, die dem Durcheinander eine eigene Sprache aufdrücken. Gott befohlen. Aber wenn sich jemand mit mir unterhalten will, möge er das bitte in einer Weise tun, dass ich ihn verstehen kann. Ansonsten bleibt er stehen in meiner Welt. Dann kann er labern, soviel er möchte. Und wie.

Weißt Du was? Ich hätte auswandern sollen. Die Amtssprache meines Wunschlandes beherrsche ich wenigstens. Und die lassen niemanden einwandern, bei dem das nicht der Fall ist. Wenigstens in der Bahn wäre dann das Stimmengewirr überschaubarer.
Falls Sie hier die Flöhe husten hören:
es könnten Ihre eigenen sein! :D

6

Dienstag, 23. Dezember 2014, 03:51

eine Anleihe bei der Konkurrenz



Ihr dürft ja lesen. :P

berlin

Kaiser aller Tiere - gottähnlich

  • Nachricht senden

7

Freitag, 9. Januar 2015, 07:55

Zitat

die deutsche Sprache in ihrer Ursprungsform fortzuführen.



Was ist denn die Ursprungsform der deutschen Sprache? Alt-Germanisch versteht heute keiner mehr. Selbst bei Spiegels Till Eulenspiegel in Mittelhochdeutsch habe ich Schwierigkeiten. Seltsamerweise wird der Beitrag aber oft aufgerufen. Ich sehe es bei "Wer ist online?"

Bis vor wenigen Jahren bestimmte der Duden (ein Privatverlag),was zur deutschen Sprache gehörte. Der neutrale Duden passte sich ständig an und übernahm neue Wörter oder nahm veraltete Wörter heraus. Das war einfach und sauber. Der Duden bestimmte die Rechtschreibung. In jedem Haushalt gab es einen Duden. Meine Mutter schrieb trotzdem Brod mit d und mein Vater Kompagnie mit g.

Dann meinten die Bildungspolitiker (KMk), eine so wichtige Sache wie die Rechtschreibung könne nicht einem Privatunternehmen überlassen werden.

Das Ergebnis kennt Ihr. Jeder macht, was er will. Bis 1942 galt zudem die Sütterlinschrift, die ich im ersten Schuljahr noch gelernt habe. Meine Ex hatte ein infundibuläre Pulmonalstenose. Worauf sie sehr stolz war.



Dabei wäre eigentlich so einfach: Sprache dient der Verständigung. Ein Kölner in Bayern: "Wie heißt denn der Berg da drüben?" - Wölcherdenn?" - "Danke."

Wir hatten im Dienst mal eine Diskussion, ob es anormal oder anomal heiße. Beides ist richtig, eins kommt aus dem Römischen, das andere auch dem Griechischen. Nummerieren kommt vom lateinischen Numero.

Wenn ich heute lese, die Tapeten sind gräulich, dann weiß ich nicht, ob grau oder scheußlich. Meine Tapeten sind wegen des Rauchens beides. Auch ein allein Stehender kann verheiratet sein.

Für mich ist wichtig, dass der Andere mich versteht. Dass habe ich jetzt zum 2. mal in meinem Leben umgestellt, weil mein frühere Schreibmaschine kein ß hatte.

Ähnliche Themen

Verwendete Tags

Jugendsprache

Counter:

Hits heute: 562 | Hits gestern: 8 789 | Hits Tagesrekord: 44 306 | Hits gesamt: 6 783 401 | Klicks pro Tag: 8 433,2