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Montag, 9. Februar 2015, 18:06

Berufliche Visionen

Wir haben wohl alle einmal einen Beruf erlernt - und würden, hätten wir nichts dazu gelernt, mit den Erkenntnissen unserer Lehrzeit heute als anachrononistisch anmutende Außeridische vor den Routinearbeiten stehen, die uns doch in Fleisch und Blut übergegangen sind.

Natürlich, da sind der technische Fortschritt, die zunehmende Mobilität, die digitale Revolution - wie sehr sich das jeweils bekannte Berufsbild im Laufe der Jahre gewandelt hat, mag ein Jeder selbst beurteilen.

Hier geht es mir jedoch nicht allein um die Entwicklung meines eigenen Berufsstandes - vielmehr zeigt das Folgende, dass wir in unserem Bereich Getriebene einer fehlgeleiteten Entwicklung auf höherer Ebene sind. Die Zeche jedoch werden die sog. "kleinen Leute" zu zahlen haben.

Der Beitrag stammt von einem Maklerkollegen, der seiner Tätigkeit im bayerischen Eckental nachgeht, also fernab des doch recht hektischen Umfelds, das uns mit all seinen Facetten aus der Millionenstadt Köln so geläufig ist.

Ob seine Vision Realität werden mag? Und sollte es so kommen: wie wirkt sich das wohl auf die Lebensqualität gerade unserer Stadt aus?




Immobilienvermarktung im Jahr 2020 – eine Vision


In diesem Beitrag über die Zukunft des Immobilienmarktes in Deutschland
soll es heute einmal nicht um Fakten gehen, sondern um die Vision, wie
sich die Immobilienbranche zukünftig entwickeln könnte. Den Anstoß zu
diesem interessanten und sehr aktuellen Thema, gab mein Kollege Horst
W. von Immobilien schneller verkaufen, der Anfang des Jahres 2015 eine
Blogparade zu eben diesem Thema initiierte.
In der Hoffnung, dass sich außer uns beiden möglichst noch viele
andere Branchenkenner äußern und wir uns später alle als “Keimzelle der
Innovation” in den zukünftigen Geschichtsbüchern wieder finden werden,
hier nun meine Vision.



Wohin geht die Reise? In diesen Zeiten sicher keine einfache Frage. Wir
erleben zunehmend eine ungesunde Überregulierung der Märkte durch
Politik und Staat. Denken wir nur an die EnEV mit Ihren zahlreichen
Maßregelungen, deren Sinnhaftigkeit genauso in Frage gestellt werden
darf, wie ein Energieausweis, den sich quasi jeder selbst erstellen kann,
das neue Widerrufsrecht für Immobilienmakler oder eben das, noch immer
umstrittene, unfertige Mietrechtsnovellierungsgesetz in Verbindung mit
Mietpreisbremse und Bestellerprinzip.
Die Aufzählung ließe sich beliebig fortsetzen, aber das ist heute nicht
unser Thema. Andererseits werden allerdings einige dieser Maßnahmen
ganz erheblichen Einfluss auf die Entwicklung unseres Immobilienmarktes
haben.

Also, wir schreiben das Jahr 2020, die Zahl der zum Verkauf
stehenden Immobilien am Markt hat sich in den letzten Jahren
vervielfacht, bezahlbare Mietobjekte sind dagegen nur noch auf dem Land
zu finden. Obwohl es viel zu wenig Mietwohnungen gibt, lassen immer mehr
Vermieter ihre Wohnungen leer stehen, sie haben schlechte Erfahrungen
mit Mietnomaden gemacht, deren Anzahl sich in den letzten Jahren
vervielfacht hat. Schuld ist ein staatlich verordneter, völlig
überzogener “Mieterschutz” in Kombination mit einer derart schlechten
Bezahlung bestimmter Berufsgruppen, die sich inzwischen die Miete
einfach nicht mehr leisten können. Andere Vermieter begründen den
Leerstand ihrer Objekte damit, dass die Vermietung durch die
Mietpreisbremse schlicht unrentabel geworden sei und bevorzugen gewisse
Steuersparmodelle.

Der Markt ist unübersichtlich und äußerst komplex geworden. Unter
einhundert Mietinteressenten die zehn Prozent
heraus zu filtern, die wirklich geeignet sind, ist ohne professionelle
Hilfe fast unmöglich geworden. Aber einen professionellen
Immobilienmakler können die Vermieter selten engagieren, zum einen hat
sich die Zahl der Makler durch die in Kraft getretenen Anforderungen,
wie Bestellerprinzip und Fachkundenachweis ohnehin halbiert und auf der
anderen Seite, haben die verbliebenen Makler alle Hände voll zu tun mit
den üppigen Objektbeständen im Verkaufsbereich.

Trotz der inzwischen wieder gestiegenen Zinsen und der vielerorts viel
zu hohen Grunderwerbssteuer gehen Vermittlung und Abverkauf gut. Die
deutlich gestiegene Zahl an Privatinsolvenzen und die damit im
Zusammenhang stehenden Zwangsversteigerungen spülen ständig neue Objekte
auf den Markt. Im Investmentbereich kommt mittlerweile jeder zweite
Immobilienkäufer aus dem Ausland, deren Fokus liegt auf deutscher
Bauqualität und Sicherheit bei den Renditen - Deutschland im Ausverkauf.

In Ballungszentren hat die- von einem ehemaligen Minister der SPD
durchgeboxte - Mietpreisbremse somit für vollendetes Chaos gesorgt. Der
Neubau ist vollständig stagniert, die Arbeitslosigkeit hat neue Rekordzahlen erreicht.

Zu düster? Dann halten wir es lieber mit Einstein, der schon vor vielen Jahrzehnten wusste:
“Imagination ist alles. Es ist die Vorschau auf die kommenden Ereignisse des Lebens.”
Jetzt also zu den positiven Dingen des Wandels, auch wenn dieser Abschnitt deutlich kürzer ausfällt.

Die verbliebenen Immobilienmakler sind inzwischen hervorragend über die
unterschiedlichsten Medien vernetzt und glänzen durch Innovationen. Die
für alle Profis verfügbaren Multilistingsysteme erlauben Zugriff auf
hunderte Objekte und somit eine zügige Vermittlung. Der eigene
Objektbestand spielt eine untergeordnete Rolle, was zählt am Markt ist
Kompetenz, Engagement und natürlich Sympathie. Sie präsentieren sich
und ihre Objekte auf interaktiven Internetauftritten mit zahlreichen
Kundenbewertungen, so wie auf gemeinschaftlich betriebenen
Internetportalen. Spezielle Immobiliensuchmaschinen in Kombination mit
deren Apps, verbinden Suchkunden in Sekundenschnelle mit ihrem
Wunschobjekt.

In den beliebten Großstädten haben sich sogenannte Immobiliencafés
etabliert, in denen die ortsansässigen Makler einmal monatlich ihre
Objekte im zwanglosen Rahmen und bei Kaffee oder Bier anbieten.
Gemeinschaftsgeschäfte sind an der Tagesordnung, die Banken haben ihre
Vormachtstellung am Markt verloren. Ihre Kernkompetenz liegt in anderen
Bereichen, das mangelnde Engagement und die überzogenen Provisionen
haben sich inzwischen herum gesprochen.




Viel von dem hier Beschriebenen kann ich bereits jetzt nachvollziehen, Manches halte ich für weniger wahrscheinlich, dass der werte Kollege den Begriff "bezahlbare Mietobjekte" bemüht, stört mich ("bezahlbar" - was ist das und für wen??) - aber ein massiver Umbruch steht uns bevor.

Und nehmen wir einfach mal an, die Dinge würden sich in den kommenden fünf Jahre tatsächlich so ergeben - wie sähe Köln dann wohl aus?
Falls Sie hier die Flöhe husten hören:
es könnten Ihre eigenen sein! :D

berlin

Kaiser aller Tiere - gottähnlich

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Dienstag, 10. Februar 2015, 03:20

Helmut Schmidt hat gesagt: "Wer Visionen hat, gehört in die Klapsmühle."



Und zur Lage auf dem Maklermarkt kann ich wirklich nichts sagen.



Kann man nicht Google-Earth einsetzen?



Mit Infrarot und Zoom, damit man auch die Räume besichtigen kann.

Mit einer neuen Verschwiegenheit. Man kann zwar Müllers beim Bumsen zusehen, darf aber nicht drüber reden.

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