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Kaiser aller Tiere - gottähnlich

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Dienstag, 5. Mai 2015, 03:38

Was sollen unsere Kinder in der Schule lernen?

Das war das Thema beim gestrigen „Hart, aber fair“.

Dazu einige Anmerkungen:

Rechtschreibung ist wichtig, aber nicht das Wichtigste. Bei Ausländern, Migranten und Bildungsschwachen sollte man großzügiger sein. Ob jemand das und dass richtig schreibt, davon geht die Welt nicht zugrunde.

Verbessern: Sollte man jemanden verbessern, wenn dem ein Fehler unterläuft? Ich meine eigentlich ja. Aber nicht oberlehrerhaft. Nur durch Verbesserungen lernt der Mensch. Ich kenne 2 Stotterer, einen Jugendfreund und einen Hausbewohner. Es war eine Qual zuzusehen, wenn die wieder an einem Wort „ba – ba – stel – stel – ten“. Vorsagen half nicht, die stotterte so lange, bis das Wort raus war.

Dauer: Zu meiner Zeit ging ein Kind 4 Jahre in die Volksschule. Dann entschied eine Aufnahmeprüfung (und die Eltern), ob das Kind aufs Gymnasium oder Realschule (Mittelschule) wechselte oder die Klassen 5 bis 8 auf der Volksschule absolvierte. Volksschüler der Klasse 8 wurden Lehrling, waren nun berufstätig und zahlten in die Sozialsysteme. Ziel eines Gymnasiasten war das Abitur (lat. Abgang), das zum Studium berechtigte. Wer überfordert war, ging mit dem Einjährigen ab. Dieses System hatte sich über Jahrzehnte bewährt.

Föderalismus: Der Föderalismus wurde den Deutschen von der Besatzungsmächten ins Grundgesetz geschrieben, Deutschland sollte nicht wiedererstarken, sondern schwach bleiben. Föderalismus ist also etwas Negatives.

Methode: ich habe Schreiben Buchstabe für Buchstabe gelernt. Eine Schiefertafel voll hartes S, eine Tafel voll weiches S. In Süterlin. Und wehe, ich geriet über eine Linie. Dann kam die Mutter mit dem nassen Schwamm. Schönschrift stand auf dem Zeugnis. Als ich mein erstes Wort aus 3 Buchstaben schreiben konnte, war ich stolz wie Oskar.
Rechnen lernten wir nach der Holzhammermethode, im Chor: „drei mal drei ist neun, vier mal drei ist zwölf. Bis zum Erbrechen. Geschadet hat es nicht, ich kann heute noch Kopfrechnen.

Zu mir: Ich habe die ersten drei Volksschuljahre kriegsbedingt auf verschiedenen Schulen absolviert. Dann wechselte ich aufs Gymnasium. Wieder kriegsbedingt verlor ich ein Jahr in Lüsberg. Danach ging es normal weiter. Ich sollte Abitur machen, hatte aber keine Ahnung, was ich damit anfangen könne. Vielleicht Oberpostinspektor wie mein Vater. Dann erfuhr mein Vater, dass die Deutsche Bundespost jetzt Ingenieure ausbilde(besser bei falscher Parteizugehörigkeit. Ein Ingenieur kann Radios reparieren, ein Postinspektor nur die Abfahrtszeiten der Züge zwischen Köln und Münster) Durch die erste Aufnahmeprüfung fiel ich durch, bei der zweiten kam ich durch. Ich ging mit der Untersekundareife vom Gymnasium ab und wurde Praktikant.

Lernziele: Ist Goethe noch relevant oder besser Steuererkärung und Führerschein? Als Praktikant habe ich Feilen gelernt, als Student Zeichnen (perspektivisch) und Starkstromtechnik. Alles für die Katz? Wohl nicht. Man lernt vieles, was man später nicht braucht. Einen Diener, Knicks machen, das schöne Händchen geben. (heute: Hi!)

Die Höflichkeitsformeln habe ich als Beamter verlernt. Anrede ist Betreff und Bezug, Grußformel Im Auftrag oder in Vertretung.

Hausteinchen

unregistriert

2

Dienstag, 5. Mai 2015, 03:48

Man kann es nicht mehr aushalten! Die Bildungslandschaft in DE ist mehr als mittelalterliche Kleinstaaterei! Alles unter Abitur ist minderwertig ?? Was für eine Verschwendung von Potential! Seit 14 Jahren bin ich Lehrer in Hessen und vor allem in HS- Klassen. Diese Schüler haben gesellschaftlich gar keine Lobby, noch nicht mal ihre Eltern stehen hinter den Kindern, kaputtgemacht vom gesellschaftlichen Druck. Für mich gibt es keine Einteilung in H , R, oder G. Ich sehe nur Kinder und Jugendliche, die in unserer Gesellschaft ihren Weg finden sollen. Die ich fit machen will für das Leben da " draußen". Das ist sicherlich meine "Altlast" aus der DDR, als es diese furchtbare Auslese nicht gab. Mein Credo bleibt: Ich fordere dich, weil ich dich achte." Und eben JEDEN Schüler. Ich selbst habe vier Kinder und bin froh, dass sie sich frei entwickeln konnten, ohne früh in eine Schublade des Schulsystems gesteckt zu werden. Sie konnten auch Tiefen überwinden ...

3

Dienstag, 5. Mai 2015, 03:59

#16

oder sie gingen auch - ohne Abschluss - ab und machten irgendetwas Anderes; eine Lehre, im elterlichen Geschäft usw.

Katharina B.

unregistriert

4

Dienstag, 5. Mai 2015, 04:14

Ist doch normal, dass ein Schüler sich mit Steuererklärungen nicht auskennt: die meisten brauchen noch keine machen. Genauso bei Mietverträgen: Was sollen sie sich da auskennen, wenn sie zuhause wohnen? Ich wusste diese Dinge auch nicht. Ich habe sie mir durch Google oder Leute-Fragen dann "beigebracht", als ich sie benötigte. Das ging. Und warum ging das? Weil ich, gemessen an den jetzt gerade diskutierten Standards, in noch verhältnismäßig altmodischem Unterricht gelernt habe, einen TEXT zu VERSTEHEN. Das sind grundlegende Fähigkeiten. Die lernt man meiner Meinung nach durch REDUKTION und KONZENTRATION auf das WICHTIGE. Es ist nicht sooooo leicht, zu verstehen, was ein Logarithmus definitionsgemäß ist. Oder die Definition eines Newtons. Man darf sich da aber auch nicht drum rum drücken, indem man ablenkt und alles überlagert mit Masse.

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5

Dienstag, 5. Mai 2015, 04:27

Der Kardinalfehler unserer Politiker war und ist, dass sie glaubten und glauben, mehr Abiturienten bedeute mehr Bildung. Quantität statt Qualität. Die Anforderungen wurden kontinuierlich gesenkt. Zu meiner Zeit waren 3 Fremdsprachen erforderlich (Latein, Englisch, Französisch oder Griechisch).

Heute kann man Neigungsfächer abwählen, weil die gute Note erreicht ist. Was für eine Verschwendung!

Hugo Trotz

unregistriert

6

Dienstag, 5. Mai 2015, 04:46

Wenn man diese kritischen Kommentare zur Schulbildung in Bayern liest, dann frage ich mich, wieso die Bayern denn überall so gut dastehen, wenn deren Bildungssystem angeblich hausbacken und überholt ist? Ich habe da bedeutend größere Zweifel, wie man ein Abitur in Hamburg bewerten sollte... Es wird geplappert und geplappert, sogar noch die Schule zur Spaßanstalt erhoben und Kritik geübt, wenn man heutzutage auf so altmodische Werte wie Disziplin und Fleiß pocht. Eigentlich kein Wunder, wenn man Leute einlädt, die nicht schlecht von der angeblichen Überforderung der heutigen Schüler leben. Dabei sind doch nachweisbar die Anforderungen seit Jahren hinsichtlich Wortschatz und Satzgefüge gefallen, wie auch, hier nicht Thema, in Mathematik. Hochschuldozenten können davon "ein Lied singen", wie sogar Lehramtsstudenten kaum noch kommagetrennte lange Sätze sprechen, geschweige denn, schreiben können, die das angepriesene "Schreiben nach Hören" genießen durften...

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7

Dienstag, 5. Mai 2015, 05:01

Wenn ich mir das Eingangsbild von "Hart aber fair" ansehe:

Wir saßen noch an den Schülerpulten aus dem Dritten Reich, mit Loch für das Tintenfass!!!

Lehrer und Lehrplan waren 1945 bis 1951 NS-gefährdet, um Gotteswillen kein gefährliches Wort! Geschichte nur bis Mittelalter, dann wieder Hethiter und Babylonier. Keine Schulbücher, kein Papier, Bleistifte. Bibeln aus den USA.

berlin

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8

Mittwoch, 6. Mai 2015, 01:59

Wiederholung der Sendung

Fragt ein Vater seinen Sohn. "Was habt Ihr denn heute in der Schule über das Internet gelernt?"

Sohn: "Was willst Du denn speziell wissen?"

9

Mittwoch, 6. Mai 2015, 02:15

Konsequenterweise hätte Herr Plasberg auch Göte schreiben müssen. Wie sollen unsere Kinder denn ordentlich Deutsch lernen, wenn schon die ARD Kanacken-Deutsch schreibt???

So werden perfekte Legastheniker erzogen. Die Kultusminister sollten erschossen werden!

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Verwendete Tags

erziehung, Föderalismus, schule

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