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Samstag, 29. August 2015, 06:59

Geräuschkulisse

WilliTiVi hat im Blögchen auch wieder mal was geschrieben:



Akustik-Müll -oder- wird Zwangsberieselung zum Suchtphänomen?

Nach meiner langjährigen freiberuflichen Tätigkeit bin ich jetzt seit ca. eineinhalb Jahren wieder abhängig beschäftigt.
Die Arbeit als solches macht mir Spaß und ist "meinem Alter entsprechend ausgelegt" :-).

Wie gesagt, die Arbeit macht mir Spaß und ist interessant und abwechslungsreich.
Nur das begleitende Umfeld lässt in meinen Augen zu wünschen übrig.
Ich will garnicht von den zwischenmenschlichen, kollegialen Interaktionen schreiben,
die mir zum ersten Mal in meiner langjährigen Berufspraxis (über 50 Jahre) absolut negativ daherkommen,
sondern über ein Phänomen, dass mir bisher unbekannt war, dem Akustik-Müll.

An meinem Arbeitsplatz - eine gewisse Art von Großraumbüro - bin ich seit diesen eineinhalb Jahren einer Dauerberieselung durch den Sender SWR3 ausgesetzt.
Zwei Radios beschallen mich Tag für Tag mit dem gleichen Einheitsbrei an sog. "aktueller Musik".
Einige Songs habe ich in dieser Zeit bestimmt gefühlt ca. 1000mal hören müssen.

Da ich eine Arbeit habe, bei der ich mich sehr konzentrieren muss, wird diese Geräuschkulisse zunehmend zu einem Problem für mich.
Ich möchte zwar weghören, überhören, ignorieren aber je mehr ich das versuche, je mehr ergreift dieser Akustik-Müll Besitz von mir.

Einige Male, in denen die jüngeren Kollegen in der Mittagspause waren, habe ich "unverschämter Weise" ein Radio ausgeschaltet.
Nach dem die Kollegen aus der Mittagspause kamen, war die erste Frage: "Huch, ist das Radio kaputt?".
Nachdem ich das verneinte, sondern gestand, dass ich das Radio ausgeschaltet hatte, wurde der Kasten unmittelbar wieder eingeschaltet.

Jetzt wurde mir schlagartig klar, dass wir es hier augenscheinlich mit einem Suchtproblem zu tun haben
oder zumindest mit dem Phänomen, das Stille nicht mehr ertragen werden kann.

Weitere Versuche, den Akustik-Müll zu unterbinden, sind bisher kläglich gescheitert.
Ein Kollege argumentierte, als ich die Angelegenheit zur Sprache brachte: "Dieser Einheitsbrei ist bei jedem Sender so und ich höre da sowieso nicht hin."
Lustig, nicht wahr? Die Kiste muss den ganzen Tag laufen aber keiner hört hin? Wie krank ist das denn?

Ich bin hier wohl an Kollegen geraten, die ohne die tägliche Berieselung mit diesen Geräuschen nicht mehr ihre Leistungsfähigkeit gewährleisten können.
Das erinnert mich stark an Suchtverhalten, bei dem ohne Aufputschmittel aller Art eine Arbeitsfähigkeit nicht mehr gewährleistet ist.

Leben wir jetzt in einer Zeit, in der wir uns dieser akustischen Belastung permanent aussetzen müssen, ohne etwas dagegen tun zu können?

Seitdem mich diese Akustik-Müll-Frage beschäftigt, nehme ich meine Umgebung anders war und stelle fest, das Phänomen geht weit über meinen Arbeitsplatz hinaus.
Im Supermarkt oder beim Zahnarzt etc. werde ich ebenfalls berieselt und kann mich nicht dagegen wehren.

Während ich bei unvermeidlichen Geräuschen noch Einsicht zeige (Autolärm, Baustellenkrach etc.), fällt mir das bei anderem aufgezwungenen Geräuschen zunehmend schwerer.

Wenn ich schon diese Zwangsberieselung durch Radio auf mich nehmen muss, dann bitte nicht jeden Tag xMal die gleiche Sch..ße.
Hier geht ganz klar der Vorwurf an die Sender, dass sie die eigenen kommerziellen Interessen über die Interessen der Zuhörerschaft stellen.
Das ist nicht nur beim SWR3 so, sondern z.B. auch beim WDR2.

Meine Recherchen im Internet haben ergeben, dass ausnahmslos fast alle regionalen Sender hier in eine negative, zuhörerfeindliche Sendestruktur verfallen sind.
Mein Appell an diese Sender: Denkt an die armen geplagten Arbeitnehmer, die diese sch...ß Zwangsberieselung den ganzen Tag über sich ergehen lassen müssen!
Habt Erbarmen und habt ein Einsehen! Geld ist nicht alles!

Liebe Leser, versteht mich nicht falsch, ich höre gerne Musik, nur will ich das freiwillig tun und nicht gezwungen werden.
Auch gilt: Über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten.

Da ich hier offensichtlich machtlos bin, werde ich wohl als Notwehrmaßnahme in Kürze mein eigenes Radio mit in den Betrieb nehmen und meinen "Lieblingssender" laufen lassen.
Das wird bestimmt ein "HeidenSpaß" und den Kollegen dürfte es egal sein, schließlich geht es ja nur um die Geräuschkulisse (siehe Sucht).

Stille ist wohl unerträglich und der wahre Feind des Menschen in der heutigen Zeit, oder? - Schade -

Stille macht nicht krank, aber Lärm macht krank.

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2

Samstag, 29. August 2015, 07:19

Ich habe seit Jahrzehnten kein Radio mehr, und das Fernsehen steht im anderen Zimmer.

Wenn ich Musik hören will, rufe ich eine Hotline an. Multimedia oder Taxiruf. :P

Es gibt sogar Leute, die hören im Straßenverkehr mit Kopfhörer Radio - wenn sie nicht gerade aufs Handy starren. :(

Scheiß Technik - alles elektrisch!

Meine Mutter hat den ganzen Tag Kirchenlieder gesungen. Ich habe Schlager gepfiffen. Im Dienst waren Radios nicht erlaubt.

berlin

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3

Samstag, 29. August 2015, 09:13

Was machst Du im Auto?

Autoradio oder Kassettenrekorder?



Meine Lebensgefährtin hatte den ganzen Tag das Fernsehen (Verkaufssender) laufen, meist ohne Ton. Es gab sogar einen Sender NUR BLAUES BILD. Hauptsache, es flimmert was.

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