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Dienstag, 21. Juli 2015, 14:50

multiple Sklerose


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Samstag, 8. August 2015, 10:11

Unglücklich und wütend

Momentan bin ich sehr schwer zu ertragen. Ich habe Angst vor der nächsten Chemo. Dadurch sind meine Nerven noch angespannter und dünner als sonst.



Ich kann es nicht ertragen, von anderen, gesunden Menschen und ihren ach so tollen Erlebnissen zu hören. Obwohl ich es ihnen eigentlich gönnen sollte. Ich will das momentan einfach nicht hören.

Im nächsten Moment fühle ich mich schlecht. Nicht einmal meiner Schwester, meinen Eltern gönne ich das, was ich nicht haben kann.

Ich könnte mich mit ihnen freuen. Aber nein. Ich werde zerfressen von Neid und Missgunst.

Ich werde so wütend! Ich möchte dann am liebsten irgendetwas kaputt machen! Zerstören! Ich rase mit meinem E-Rolli los… ohne Rücksicht auf Verluste. Möchte etwas rammen, zerkratzen, zerstören… Jemandem Angst einjagen… Und richte letztlich die ganze Zerstörungswut gegen mich selbst.

Kratzer am Rolli, blaue Flecken und Kratzer an meinen Armen und Beinen sind die Folge. – TOLL!!!

Wie alt bin ich??? Bald 48??? Ich verhalte mich wie ein kleines, trotziges Kind!

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Donnerstag, 12. November 2015, 09:06

Multiple Sklerose: Schwarze Löcher im Alltag

Zum siebten Mal wurde im Juli dieses Jahres der „World MS Day“ begangen. Mit weltweiten Aktionen soll Aufmerksamkeit für die neurologische Erkrankung geschaffen und für Unterstützung der über 2,3 Millionen Betroffenen geworben werden.

Um die Präsenz von Multipler Sklerose in der Öffentlichkeit zu erhöhen, hat die MS International Federation 2009 den Tag für die Multiple Sklerose ins Leben gerufen. Jährlich bietet der Aktionstag Betroffenen die Möglichkeit, über die Krankheit und ihre Auswirkungen aufzuklären sowie für Solidarität, Inklusion und Chancengleichheit einzutreten.

„MS reißt Löcher in den Alltag“

So lautete das diesjährige Motto des Welt-MS-Tages in Deutschland. Die Bundesgeschäftsführende der „Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft“ (DMSG) Dorothea Pitschnau-Michel erklärt, dass dieses Motto nicht nur für Einschnitte, die Erkrankte durch das Fortschreiten der Erkrankung hinnehmen müssen, stehe, sondern sich gleichzeitig auf die „black holes“ beziehe, die durch die Erkrankung in Gehirn und Rückenmark entstehen könnten. Wichtige Fähigkeiten wie Laufen, Sehen und Greifen könnten so verloren gehen und eben zu „schwarzen Löchern“ im Leben der Erkrankten führen. Für ein selbstbestimmtes Leben seien medizinische Behandlung und individuelle Beratung notwendig und genau darauf solle die Aufmerksamkeit gelenkt werden, so Pitschnau-Michel.

In Deutschland sind in etwa 200.000 Personen an Multipler Sklerose erkrankt, weltweit gibt es ca. 2,3 Millionen Betroffene (Quelle: DMSG). Es handelt sich – nach der Epilepsie - um die zweithäufigste neurologische Erkrankung bei jungen Menschen. Sie tritt zumeist zwischen dem 20. und 40.Lebensjahr auf. Von der entzündlichen Erkrankung des Zentralnervensystems sind Frauen doppelt so häufig betroffen wie Männer.

Mitmachen und Aufklärungsrate erhöhen

Sie können sich auch von ihrem Arbeitsplatz oder von zu Hause aus am Welt-MS-Tag beteiligen: Laden Sie Befundbilder zu MS oder anderen Erkrankungen des Zentralen Nervensystems hoch und tragen Sie so zur Aufklärung bei.

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Donnerstag, 12. November 2015, 09:12

Für dich "katrin" eine tröstende Geschichte...über die Traurigkeit

Eine tröstende Geschichte… über die Traurigkeit.

Es war eine kleine Frau, die den staubigen Feldweg entlangkam. Sie war wohl schon recht alt, doch ihr Gang war leicht, und ihr Lächeln hatte den frischen Glanz eines unbekümmerten Mädchens. Bei einer zusammengekauerten Gestalt blieb sie stehen und sah hinunter. Sie konnte nicht viel erkennen. Das Wesen, das da im Staub saß, schien fast körperlos. Es erinnerte an eine graue Flanelldecke mit menschlichen Konturen. Die kleine Frau bückte sich ein wenig und fragte: “Wer bist du?” Zwei fast leblose Augen blickten müde auf. “Ich? Ich bin die Traurigkeit”, flüsterte die Stimme stockend und so leise, dass sie kaum zu hören war.

“Ach die Traurigkeit!” rief die kleine Frau erfreut aus, als würde sie eine alte Bekannte begrüßen.

“Du kennst mich?” fragte die Traurigkeit misstrauisch.

“Natürlich erkenne ich dich immer wieder! Einmal hast du mich ein Stück des Weges begleitet.”

“Ja aber…”, argwöhnte die Traurigkeit, “warum flüchtest du dann nicht vor mir? Hast du denn keine Angst?”

“Warum sollte ich vor dir davonlaufen, meine Liebe? Du weißt doch selbst nur zu gut, dass du jeden Flüchtigen einholst. Aber, was ich dich fragen will: Warum siehst du so mutlos aus?”

“Ich…..ich bin traurig”, antwortete die graue Gestalt mit brüchiger Stimme.

Die kleine, alte Frau setzte sich zu ihr. “Traurig bist du also”, sagte sie und nickte verständnisvoll mit dem Kopf. “Erzähl mir doch, was dich so bedrückt.”

Die Traurigkeit seufzte tief. Sollte ihr diesmal wirklich jemand zuhören wollen? Wie oft hatte sie sich das schon gewünscht. “Ach, weißt du”, begann sie zögernd und äußerst verwundert, “es ist so, dass mich einfach niemand mag. Es ist nun mal meine Bestimmung, unter die Menschen zu gehen und für eine gewisse Zeit bei ihnen zu verweilen. Aber wenn ich zu ihnen komme, schrecken sie zurück. Sie fürchten sich vor mir und meiden mich wie die Pest.” Die Traurigkeit schluckte schwer.

“Sie haben Sätze erfunden, mit denen sie mich bannen wollen. Sie sagen: Papperlapapp, das Leben ist heiter. Und ihr falsches Lachen führt zu Magenkrämpfen und Atemnot. Sie sagen: Gelobt sei, was hart macht. Und dann bekommen sie Herzschmerzen. Sie sagen: Man muss sich nur zusammenreißen. Und sie spüren das Reißen in den Schultern und im Rücken. Sie sagen: Nur Schwächlinge weinen. Und die aufgestauten Tränen sprengen fast ihre Köpfe. Oder aber sie betäuben sich mit Alkohol und Drogen, damit sie mich nicht fühlen müssen.”

“Oh ja”, bestätigte die alte Frau, “solche Menschen sind mir schon oft begegnet.”

Die Traurigkeit sank noch ein wenig mehr in sich zusammen. “Und dabei will ich den Menschen doch nur helfen. Wenn ich ganz nah bei ihnen bin, können sie sich selbst begegnen. Ich helfe ihnen, ein Nest zu bauen, um ihre Wunden zu pflegen. Wer traurig ist, hat eine besonders dünne Haut. Manches Leid bricht wieder auf wie eine schlecht verheilte Wunde, und das tut sehr weh. Aber nur, wer die Trauer zulässt und all die ungeweinten Tränen weint, kann seine Wunden wirklich heilen. Doch die Menschen wollen gar nicht, dass ich ihnen dabei helfe. Stattdessen schminken sie sich ein grelles Lachen über ihre Narben. Oder sie legen sich einen dicken Panzer aus Bitterkeit zu.”

Die Traurigkeit schwieg. Ihr Weinen war erst schwach, dann stärker und schließlich ganz verzweifelt. Die kleine, alte Frau nahm die zusammengesunkene Gestalt tröstend in ihre Arme. Wie weich und sanft sie sich anfühlt, dachte sie und streichelte zärtlich das zitternde Bündel.

“Weine nur, Traurigkeit,” flüsterte sie liebevoll, “ruh dich aus, damit du wieder Kraft sammeln kannst. Du sollst von nun an nicht mehr alleine wandern. Ich werde dich begleiten, damit die Mutlosigkeit nicht noch mehr an Macht gewinnt.”

Die Traurigkeit hörte auf zu weinen. Sie richtete sich auf und betrachtete erstaunt ihre neue Gefährtin: “Aber… aber – wer bist eigentlich du?”

“Ich?” sagte die kleine, alte Frau schmunzelnd, und dann lächelte sie wieder so unbekümmert wie ein kleines Mädchen. “Ich bin die Hoffnung.”

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Donnerstag, 12. November 2015, 18:31

Danke

Danke für die schöne Geschichte!:rose:

freiedenkerin

unregistriert

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Freitag, 13. November 2015, 16:06

Das ist eine wunderschöne und sehr berührende Geschichte. Ich hoffe, dass viele Menschen hier sie lesen werden.

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Freitag, 13. November 2015, 17:35

Meine "dritte" Mutter ist seit vielen Jahrzehnten an MS erkrankt. Sie bekommt regelmaessig ihre Schuebe. Muss aber noch nicht im Rollstuhl sitzen, sondern bewegt sich recht munter im Haus und auf der Strasse. Viel mehr zu schaffen machten ihr die beiden Hueftgelenksoperationen.

Sie ist 70 Jahre alt , kugelrund und wohlgenaehrt. Freut sich des Lebens und geniesst ihr Dasein :thumbup:

Nicht jede MS verlaeuft gleich.

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Samstag, 26. Dezember 2015, 20:00


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Samstag, 9. Januar 2016, 01:19



"Das ist eine wunderschöne und sehr berührende Geschichte. Ich hoffe, dass viele Menschen hier sie lesen werden."



Moeglich, dass es einige Menschen hier lesen.

Fuer mich ist ausschlaggebend, in welchem Zustand ich mein Leben geniessen kann oder ertragen muss.
Ein langes Leben ist nicht erstrebenswert, wenn die Leiden unertraeglich geworden sind.
Und doch nehmen nicht wenige Menschen ein recht bescheidenes Dasein mit grossen Behinderungen auf sich.


An ein "Abdanken" wollen sie nicht denken, solange der Kaffee ihnen noch schmeckt und der Rollstuhl nicht versagt.




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