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1

Donnerstag, 7. Juli 2016, 22:40

Neues verschärftes Sexualstrafrecht

Voller Freude nahm ich heute zur Kenntnis, dass unser Bundestag das "Neue verschärfte Sexualstrafrecht" verabschiedet hat.

Wesentlicher Bestandteil des Gesetzes besteht in der Aussage: "Ein Nein bleibt ein Nein"!

Diese Aussage hat mich jetzt doch ganz schön verunsichert. War ich der deutschen Sprache bisher nicht mächtig?
Was bedeutete ein Nein denn bisher? Hieß es, bevor die Politik es jetzt genau definiert hat: "Ja", "Jein", "Vielleicht", oder wie ?
Die Grünen sind ja voll dagegen, dass Ausländer, die sich nicht an das Nein halten, ausgewiesen werden. Wahrscheinlich wollen Sie es den Übeltäter ermöglichen, ein "Ja" von ihren Opfern zu hören, damit sie den Unterschied lernen.

Übrigens bin ich sehr darauf gespannt, ob nicht eine riesige Anzeigenflut über die Gerichte hereinbricht in Bezug auf sexuelle Nötigung.
In dem Amt, in dem ich noch vor ein paar Jahren tätig war, gab es eine Frauenbeauftragte. Diese erzählte mir, ohne Namen oder Abteilungen zu nennen, dass Frauen, aber auch Männer, sich auch schon sexuell belästigt gefühlt hätten, wenn sie vom anderen Geschlecht etwas länger angeschaut wurden.

Ich befürchte, dass die, denen Unrecht zugefügt wurde, es auch weiterhin schwer haben werden, Beweise zu erbringen, damit die Beschuldigten auch verurteilt werden.


Aber wenigstens ein guter Tag für unsere Politiker. Selten war man sich so schnell einig.

berlin

Kaiser aller Tiere - gottähnlich

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2

Freitag, 8. Juli 2016, 01:34

Oweia, bei dem Thema habe ich mir schon oft die Schnüss verbrannt.

Gucken darf man auch nicht? Und erst recht keine Gedanken dabei machen?

Ich habe gelernt, wenn eine Frau nein sagt, dann heißt das noch lange nicht nein. A Bisserl was geht immer, wie Monacco Franze sagte.

Die ganze Anmach-Kultur wird über den Haufen geworfen. Die Frauen wollen nicht mehr erobert werden? Und umgekehrt? Ich will auch nicht mehr erobert werden, ich will mei Ruh hamm.

3

Freitag, 8. Juli 2016, 14:16

Was vordergründig sinnvoll erscheint, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als Luftnummer.

Mal ehrlich: wem bislang noch nicht klar war, dass ein "Nein!" auch tatsächlich "nein" bedeutet, dem mag man theoretisch vor Gericht die Hammelbeine lang ziehen können, wie er es denn auch verdient hätte. Wie aber - und da bin ich vollständig bei Edenrose - soll (am Ende ohne Zeugen) eine Verfehlung nachgewiesen werden, die keine sichtbaren Spuren beim Opfer hinterlässt? Ich finde, dass aus solchen Gesetzen recht deutlich der überproportional hohe Anteil an Juristen in den entscheidenden Stellen erkennbar wird. Der Jurist muss zwangsläufig abstrahieren, um eine rechtlich haltbares Konstrukt einer Gesetzgebung zu erstellen. In der Praxis sieht das oftmals anders aus.

Solche Art von Gesetz, so wünschenswert der Grundgedanke auch sein mag, wird viele harmlose Versuche des Anbandelns oder Flirtens dem Wohlwollen der damit beachten Dame ausliefern. Was ja eigentlich immer schon so war. Wo man(n) bis dato jedoch schnöde abblitzte, mag er nun eine Anzeige wegen "sexueller Belästigung" am Hals haben, weil er die schönen Augen der Lady mit einem Kompliment bedachte? Zudem wird sich wohl jeder mindestens eine Situation vorstellen können, in der frau einen solchen Vorwurf missbräuchlich anwendet. Der Zeitgeist brachte schon bisher eine Vorveruteilung des Beklagten mit sich (man denke z. B. an die Causa Kachelmann) - wie soll die Justiz solchen Missbrauch ahnden, ist die Reputation eines zu Unrecht Beschuldigten je wieder herzustellen?

Das Gesetz wird scheitern - es stellt im Grunde den Versuch dar, natürlichste und Jahrtausende alte Abläufe zwischen Männlein und Weiblein in ein von Juristen gesetztes Regal zu pressen. So etwas funktioniert in der Praxis nicht. Und die Schlimmlinge wird man doch kaum erwischen können.


Aus dem prallen Leben: meine Partnerin berichtet, dass sich eine Freundin und Kollegin in einen der Mitarbeiter heillos "verguckt" hat; bisweilen leidet schon die Arbeit darunter. Der Kollege wiederum findet die Dame ganz nett - aber mehr eben nicht. Aus einem jammervollen, abendlichen Damentreffen kam dann bei mir an, wie verzweifelt die Freundin sei, dass der Angehimmelte so gar nicht auf sie eingehe: "Aber ich habe ihm doch so viele Zeichen gegeben!" Nun gut, zu diesem Thema habe ich dann auch nur sagen können, dass "Zeichen" von Frauen für Männer oftmals nur böhmische Dörfer sind. Was nun, wenn die Freundin eines Tages angesichts einer Hormonwallung austickt und eine falsche Beschuldigung in die Welt setzte ("Die Hölle kennt keine Wut wie die einer verschmähten Frau")? Dabei kenne ich auch den Kollegen recht gut, der permanent im Kundendienst unterwegs ist. Vor gut anderthalb Jahren erwähnte er bei einer Betriebsfeier, dass er ums Verrecken kein Haus betreten würde, in dem sich eine Frau allein aufhielte und er lieber Umwege und Umstände in Kauf nähme, ehe sich, da "heute alles möglich ist", eine u. U. missverständliche Situation ergäbe.

Wie in vielen Dingen des Alltags, so findet auch hier eine Polarisierung statt. Letztlich geht es um (allzu) Menschliches. Und das werden wir nie in den Griff bekommen.
Falls Sie hier die Flöhe husten hören:
es könnten Ihre eigenen sein! :D

Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von »Turm 61« (8. Juli 2016, 14:55)


berlin

Kaiser aller Tiere - gottähnlich

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4

Samstag, 9. Juli 2016, 23:34

Ich stimme Turm zu.

Wenn das Gesetz vor 60 Jahren verabschiedet worden wäre, säße hier ein Schwerverbrecher. Vergewaltigt habe ich keine Frau, aber geguckt und mir vorgestellt, wie es wäre wenn, immer.

Und heute? Heute bin ich reifer und weiß, dass man als Hund keinem Taxi nachlaufen soll. Denn was macht der Hund, wenn er das Taxi erreicht?

berlin

Kaiser aller Tiere - gottähnlich

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5

Freitag, 15. Juli 2016, 04:12

Es gibt nicht nur sexuelle Vergewaltigungen. Dass ich zum Beispiel im Blögchen lesegesperrt wurde, ist eine solche Vergewaltigung. Dass Beiträge aus Jux und Dollerei (Pensionäre ärgern) gelöscht werden, zählt auch dazu.

Das ärgert mich. Aber mir geht es wie den vergewaltigten Frauen: Da kann man machen nix. Mich revanchieren? Nöö, ganz bestimmt nicht.



Abgehakt, Schwamm drüber.

berlin

Kaiser aller Tiere - gottähnlich

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6

Montag, 1. August 2016, 12:16

Vor 2 Stunden im Fernsehen Sie: "Entschuldige, mein Nein war nicht so gemeint." Dann küssen sie sich. Als er an ihrem Blüschen nestelt, schiebt sie seine Hand weg.



Was darf er???

7

Dienstag, 2. August 2016, 11:28

Falls Sie hier die Flöhe husten hören:
es könnten Ihre eigenen sein! :D

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