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Freitag, 7. Juli 2017, 09:03

der G20-Gipfel in Hamburg

Freitag, 07.07.2017 08:32 Uhr

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G20-Gipfel

Es ist das vielleicht seltsamste Bild, das die Welt jemals von Angela Merkel gesehen hat. Donald Trump ist gerade erst in Hamburg gelandet und mit einer Hubschrauberflotte in die Innenstadt weitergeflogen. Man trifft sich zum Vorgespräch im Hotel Atlantic, bevor es tags darauf richtig losgehen soll mit dem G20-Gipfel. Und da stehen die Kanzlerin und der amerikanische Präsident also vor hellblauem Hintergrund, um sich öffentlich die Hände zu schütteln.

Merkel sagt selbst von sich, sie sei unfähig zum Pokerface. Die Frau, die sich nicht verstellen kann, muss es diesmal doch probieren. Unter allen Umständen freundlich muss sie dreinblicken, schließlich ist sie die Gastgeberin, schließlich will sie Trump vielleicht doch noch einbinden in eine irgendwie gemeinsame Klimaschutzpolitik, ihn irgendwie dafür gewinnen, zumindest Interesse zu heucheln an diesem multilateralen Treffen. Die Kanzlerin schnappt sich beherzt die Rechte des US-Präsidenten, wendet sich den Kameras zu und versucht ein strahlendes Lächeln. Es misslingt auf bizarre Weise.
Die seltsame Gesichtsverzerrung der Kanzlerin mag nur eine Momentaufnahme sein, doch dieses Bild ist Vorbote für alles, was von dieser Tagung der Mächtigsten zu erwarten ist: Eine Show ohne echten Inhalt.
Wo schlägt das Herz Europas?
Das hatte sich Merkel wohl anders vorgestellt. Als vor drei Jahren klar wurde, dass Deutschland 2017 Gastgeber des G20-Gipfels sein würde, klang das nach einem wunderbaren Wahlkampfgeschenk: Die weise deutsche Staatenlenkerin im Kreise ihrer globalen Partner, die Probleme der Welt im Blick und gemeinsame Lösungen in der Tasche.
Diese Hoffnung wird sich kaum erfüllen.
Am Donnerstagvormittag hatte Trump in einer bemerkenswert martialischen Rede in Warschau Polen den unbedingten Beistand der USA versichert. Er schilderte dabei so detailliert den polnischen Widerstand gegen die deutsche Besatzung, dass man meinen konnte, der Zweite Weltkrieg sei gestern erst zu Ende gegangen.
Polen, sagte Trump, sei "das Herz Europas". Darin steckte bereits eine ungesagte Botschaft an die Gastgeberin in Hamburg: Ihr Deutschen seid es nicht. Herzlich zugetan ist der Amerikaner der rechtsautoritären polnischen Regierung, nach Deutschland muss er dann leider auch noch weiter.
[b]Affront der beiden Machomachthaber

Am Abend wurde bekannt, dass Trump sein erstes Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin ausgerechnet während der G8-Sitzung zu Merkels Herzensthema Klimaschutz terminiert hat. Sollen die doch über die globale Erwärmung reden, die gibt es ja gar nicht, die interessiert ihn nicht. Er schwänzt gemeinsam mit Putin.

[url='http://www.spiegel.de/politik/ausland/bild-1156400-1162677.html']



DER SPIEGEL
Gipfelstandort Hamburg

Es ist ein gemeinsamer [url='http://www.spiegel.de/politik/ausland/g20-gipfel-donald-trump-und-wladimir-putin-schwaenzen-sitzung-a-1156317.html']Affront der beiden Machomachthaber. Immerhin, sie scheinen sich ganz gut zu verstehen, jedenfalls wenn es darum geht, Merkel eins auszuwischen. Nach Trump traf Merkel dann noch ihren Widersacher Recep Tayyip Erdogan. Der hatte schon im Vorfeld in mehreren Interviews klargemacht, dass von ihm keinerlei Zugeständnisse zu erwarten sind. Was immer sie sich einmal erhofft haben mag: Es wird ein Gipfel des Missvergnügens für Angela Merkel.
Da die USA unter Donald Trump als stabiler Partner offensichtlich verloren sind, setzt sie nun ihre Hoffnung auf den chinesischen Staatschef Xi als Gegengewicht. Gemeinsam hat man bereits in schönster Einvernehmlichkeit ein Pandagehege in Berlin eröffnet. Es mag schon sein, dass der Chinese im Vergleich zu Trump eine wohltuende Vernunft ausstrahlt. Doch es ist eine höchst zweifelhafte Partnerschaft, die Merkel hier eingeht.
[b]Win-win für die wenigen
Man könnte auf den Hinrichtungsrekord der Volksrepublik verweisen, oder etwa auf den Umgang mit dem Friedensnobelpreisträger und Regimekritiker Liu Xiaobo, der erst aus der Haft entlassen wurde, als klar war, dass er nicht mehr lange zu leben hat. Aber eigentlich reicht schon der Satz, mit dem Lukas Podolski jüngst begründete, mehrere Angebote ausgeschlagen zu haben, künftig in China Bälle zu treten: "Was da hinter den Kulissen passiert, das hat nichts mit Fußball zu tun."

[url='http://www.spiegel.de/video/video-1780644.html']Video


SPIEGEL ONLINE
Und das gilt im Grunde für diesen G20-Gipfel insgesamt. Man kann den Zorn verstehen, [url='http://www.spiegel.de/politik/deutschland/g20-wer-hat-schuld-ausschreitungen-bei-g20-demo-in-hamburg-a-1156332.html']mit dem die Demonstranten in Hamburg gegen dieses Treffen der Mächtigen aufbegehren. Bei allem guten Willen der Gastgeberin, die über Klima, über Hilfe für Afrika, über die Bekämpfung von Epidemien und mehr Chancen für Frauen reden will: Es bleibt dabei, hier tagt ein exklusiver Klub, der vor allem daran interessiert ist, das arg knarzende System des globalen Finanzkapitalismus am Laufen zu halten.
Merkel mag noch so oft von der Globalisierung als "Win-win-Situation" sprechen, womöglich in der Hoffnung, dass sich diese griffige Formulierung wenigstens für ein paar Stunden im Kurzzeitgedächtnis des US-Präsidenten hält - hier sitzen nur solche am Tisch, die sowieso gewonnen haben. Der Rest der Welt darf zusehen, ob dabei noch etwas für ihn abfällt. Würden hier die Chefs der 20 größten Weltkonzerne tagen, es wäre womöglich ehrlicher. [/b]
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Schon klar: Miteinander zu reden, ist immer besser, als es nicht zu tun. Aber warum eigentlich nur im Kreis dieser exklusiven, gerne sogenannten Weltregierung? Martin Schulz und Sigmar Gabriel haben nun vorgeschlagen, solche Treffen künftig bei den Vereinten Nationen in New York abzuhalten. Da wären dann wenigstens alle dabei. Und vielleicht echter, global-demokratisch legitimierter Fortschritt zu erreichen.
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2

Sonntag, 9. Juli 2017, 07:01

warum Hamburg und nicht Würselen?

was ist schiefgelaufen?

Kann man überhaupt etwas planen, das man nicht kennt?

Angenommen, die Erde wäre ein Scheibe, was müsste sich alles ändern?

Angenommen, auch Jesus Christus hätte am G20 teilgenommen, wie hätte das Konzept geändert werden müssen?

3

Sonntag, 9. Juli 2017, 22:58

G20-Gipfel

beginnen wir hinten

Eine Viertelstunde lang nur Standbild und schaurige Musik. Keine Zwischenansage, was passiert war.

Man durfte rätseln:
nur eine normale Störung?
ein Sendemast vom IS in die Luft gesprengt?
oder gar Überfall auf die Diskussionsrunde - alle Teilnehmer tot?


Es war schaurig. Ich wusste nicht, soll ich ausharren oder nach nebenan gehen und im Forum etwas schreiben.

5

Sonntag, 9. Juli 2017, 23:22

G20-Gipfel

Das Ergebnis: Ich sage es mal mit Altmeister Goethe Erlkönig

Erreicht den Hof mit Mühe und Not,
In seinen Armen das Kind war tot. fast tot.
Fast! Es hätte auch schlimmer ausgehen können!

Prioritäten: Die Polizei hat Prioritäten gesetzt. Selbstverständlich hatte der Schutz der internationalen Gäste oberste Priorität! Man stelle sich vor: Polizei sei abgezogen worden, um ein brennendes Auto zu verhindern, und unterdessen hätte ein Scharfschütze des IS (oder einer anderen kriminellen Organisation) Trump, Putin, Merkel oder auch nur Erdogan erschossen. (ich erinnere an John F. Kennedy)

SEK: Offenbar gibt es in der BRD nur ein (1) Sondereinsatzkommando! Man stelle sich vor, das SEK hätte erst von München aus eingeflogen werden müssen. Es muss in der Bundesrepublik vier oder fünf SEK geben. Man darf nicht von einem einzigen Tatort ausgehen.

6

Sonntag, 9. Juli 2017, 23:56

G20-Gipfel

Donald Trump hat seine Show gehabt, und er ist sehr stolz. Meinetwegen.

Das Impeachment-Verfahren droht ihm nach wie vor. Die eidliche Aussage von James Comey vor dem Untersuchungsausschuss ist glaubhaft. Trump hat vor Zeugen ein Vier-Augengespräch mit Comey gesucht und diesen mehr oder weniger direkt zur Einstellung des Verfahrens gegen seine Vertrauensleute aufgefordert.
Über den Grund für Comeys Entlassung hat sich Trump in Widersprüche verwickelt.

7

Montag, 10. Juli 2017, 00:12

Dass Trump als Einziger den Klima-Gipfel von Paris gekündigt hat, hat nichts zu sagen, denn über Umweltfragen entscheiden in den USA die 51 Bundesstaaten, nicht der Präsident.

8

Montag, 10. Juli 2017, 00:38

G20-Gipfel

Besonders bitter stieß vielen Betroffenen auf, dass Scholz selbst am Freitagabend mit seinem hohen Besuch in der Elbphilharmonie einem Konzert lauschte, während seine Stadt brannte. Auch am nächsten Morgen eilte er nicht etwa in das Schanzenviertel, um sich selbst ein Bild von der Zerstörung zu machen und den Anwohnern Unterstützung anzubieten, sondern führte stattdessen die US-amerikanische First Lady durch das Rathaus. (Focus)

9

Montag, 10. Juli 2017, 11:20

G20-Gipfel

Offener Brief eines Polizisten: Gedanken zum G20-Gipfel in Hamburg
“Liebe Staats- und Regierungschefs, liebe Politiker in Uniform und liebe hochrangig besoldete Mitarbeiter:
Ich bin Ende 30 und Polizeibeamter. Ich versehe meinen Dienst derzeit auf einem Stadtrevier im Streifendienst, vorher habe ich einige Zeit in der Bereitschaftspolizei meines Bundeslandes den Dienst versehen. Mittlerweile bin ich seit über 15 Jahren bei der Polizei.
Ich habe durchaus gelernt, auch mal gegen meine Überzeugung zu arbeiten. Wenn ich zum Beispiel die Ablagerung von Atommüll durchsetze oder verfassungsfeindlichen Organisationen zu ihrem Recht auf Versammlung verhelfe. Ich habe Gewalt aus allen (un)politischen Richtungen erlebt, wurde bei Einsätzen verletzt und habe fast das ganze Programm bekommen, was man in diesem Beruf erleben kann. Ich weiß also, dass es nicht immer nur angenehme Aufgaben sind, die meine Kollegen und ich bewältigen.
Der von Ihnen geplante G20 setzt all diesen Dingen jedoch die Krone auf. Allein die Kosten, die vermutlich erst nach dem Gipfel abzusehen sein werden, sind eine einzige Frechheit. Soll allein die GeSa (Gefangenensammelstelle) tatsächlich über vier Millionen Euro kosten? Ihr Ernst?
Ich lade Sie gern ein, wenn Sie noch einen Programmpunkt zwischen teurem Essen und Konzertbesuch frei haben, mal eine Schicht im Streifendienst zu begleiten. Schauen sie sich gern Familien am Rande der Gesellschaft an, die wir in polizeilichen Einsätzen oft erleben. […]
Quelle: Polizist=Mensch

10

Montag, 10. Juli 2017, 17:10

G20-Gipfel

Gut fand ich, dass Demonstranten und Polizisten nach den Krawallen ihre Vermummung abgelegt und mitten auf der Straße friedlich "Hüppekästchen" zusammen gespielt haben.

12

Dienstag, 11. Juli 2017, 00:03

G20-Gipfel

Badische Neueste Nachrichten: "Fußball-Hooligans, Extremisten von rechts wie links oder religiöse Fanatiker dürfen nicht die Macht bekommen, Gipfeltreffen, Fußballweltmeisterschaften, Parteitage oder Weihnachtsmärkte zu verhindern. Wenn sich bei der Analyse der Ereignisse von Hamburg herausstellt, dass von den Verantwortlichen Fehler begangen wurden, müssen diese dafür gerade stehen. Einstweilen sollten sich Amateur-Polizeistrategen mit Kommentaren von der Seitenlinie zurückhalten."

13

Mittwoch, 12. Juli 2017, 10:28

In der Tat. Die Polizei griff erst ein, als die Prominenten sicher in ihren Unterkünften gelandet waren.

14

Mittwoch, 12. Juli 2017, 10:35

G20-Gipfel

Wie berlin schon schrieb:

Die Polizei hat Prioritäten gesetzt. Selbstverständlich hatte der Schutz der internationalen Gäste oberste Priorität! Man stelle sich vor: Polizei sei abgezogen worden, um ein brennendes Auto zu verhindern, und unterdessen hätte ein Scharfschütze des IS (oder einer anderen kriminellen Organisation) Trump, Putin, Merkel oder auch nur Erdogan erschossen. (ich erinnere an John F. Kennedy)

Ronalso

unregistriert

15

Mittwoch, 12. Juli 2017, 11:06

Es ist zwar laut Bundesverfassungsgericht verboten, Menschenleben gegeneinander aufzurechnen, aber das tut doch jeder normal denkende Mensch - außer Richtern! Der Arzt bei einer schwierigen Geburt: Mutter oder Kind? Bei der Trennung von Siamesischen Zwillingen. Die Feuerwehr, die Polizei, ...

Man stelle sich vor, ein entführtes Flugzeug mit einem Zivilisten an Bord sei im Anflug auf die Elbphilharmonie gewesen ...!!!

17

Mittwoch, 12. Juli 2017, 18:01

G20-Gipfel

Heinz K zu #14

Zitat von »Ronalso« Man stelle sich vor: Polizei sei abgezogen worden, um ein brennendes Auto zu verhindern, und unterdessen hätte ein Scharfschütze des IS (oder einer anderen kriminellen Organisation) Trump, Putin, Merkel oder auch nur Erdogan erschossen.

Ja, hab ich mir jetzt vorgestellt. Und weiter? :)

18

Mittwoch, 12. Juli 2017, 18:45

G20-Gipfel

Und weiter?
Dann möchte ich nicht in der Haut desjenigen stecken, der die Polizei von den Prominenten abgezogen hat.

19

Donnerstag, 13. Juli 2017, 02:19

G20-Gipfel

Ich kann die Hamburger Bürger gut verstehen; aber der Schutz der Staatsgäste hatte nun mal Vorrang.

Entweder ist die Organisation von Anfang an von einem gewissen Kollateralschaden (Hamburger Bürger) ausgegangen oder es waren zu wenig Polizisten angefordert worden.

Noch besser wäre es gewesen, wenn man den Gipfel überhaupt nicht nach Deutschland geholt hätte. Was für eine Einladung an den IS! Dass der IS nicht zugeschlagen hat, ist für mich ein Wunder.

Aber Angela Merkel brauchte ja 2 Monate vor der Bundestagswahl unbedingt eine Show-Bühne: "Ich Angela Merkel, die einfache Haushaltshilfe aus dem Osten (Peter Sloterdijk) regiere zwei Tage die Welt. Und alle Regierungschefs sind ganz scharf darauf, mit mir fotografiert zu werden."

Angela Merkel hat 29 dicke Fotoalben: eines mit Jugendfotos, eines mit Flüchtlingen und 27 vom Gipfel. Jeden Tag muss sich ihr Mann neben sie setzen und mit ihr zusammen Fotos gucken.

20

Donnerstag, 13. Juli 2017, 03:26

Fototermin auf Staatskosten


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