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Sonntag, 28. Januar 2018, 23:04

Antisemitismus

war auch das Thema bei Anne Will

Wie kann man dieses Thema in einem Beitrag behandeln? Ich versuche es.

Ich bin im August 1934 geboren. Beim Ende des Krieges und Ende des Dritten Reichs am 8.5.1944 war ich 10 Jahre alt. Ich konnte also in keiner nationalsozialistischen Organisation gewesen sei. Selbst zum Jungvolk (Mindestalter 10 Jahre) hat es nicht gereicht.

Mein Vater war Mitglied in der NSDAP. Er war zum Schluss sogar Zellenwart. Zu seinen Aufgaben gehörte: das Einsammeln der Mitgliedsbeiträge, das Heraushängen der Hitlerfahne an staatlichen Feiertagen und die Überwachung des Verdunklungsgebots (lautes "Licht-aus"-Rufen auf der Straße. Meine Mutter und mein Großvater waren streng katholisch.

Es ist richtig, dass der Nationalsozialismus bis zu meinem Abgang vom Gymnasium im Oktober 1952 in der Schule nicht behandelt wurde. Nicht aus Überzeugung, sondern aus Unsicherheit, was man denn nun sagen durfte und was nicht. Es gab keine Schulbücher, viele Lehrer waren Mitglieder in der NSDAP gewesen. Die alten Hethiter habe ich mehrmals gelernt, die Hausmeier Pipin ... auch, aber die Zeit von Bismarck 1871 bis Hitler 1945 gab es einfach nicht.

Mein Vater war Pg (Parteimitglied), aber kein Nazi. Er war Kriegsteilnehmer 14/18 und hat vor Verdun und an der Somme für den Kaiser gekämpft.

Vielleicht war er Patriot, aber nach seiner Verwundung (Heimatschuss) war er über einen Druckposten als Telegrafist in Berlin sehr froh. In Saloniki geriet er in britische Gefangenschaft und kehrte erst 1921 nach Deutschland zurück.

Zum Antisemitismus habe ich eigentlich überhaupt kein Verhältnis. Ich kenne keine Juden und keine Nazis. Ich weiß auch nicht, ob sich Antisemitismus auf die Religion oder die Rasse bezieht.

Ich selbst halte mich für liberal und tolerant. Fremdenhass kenne ich nicht. Ich habe einen italienischen Getränkelieferanten, einen türkischen Physiotherapeuten (Moslem), einen afghanischen Hautarzt und brasilianische, ghanaische und russische Freundinnen.

Mit dem Nationalsozialismus und den zahlreichen Kriegen habe ich mich sehr intensiv beschäftigt. Ich empfehle, in den Schulen "Der SS-Staat" von Eugen Kogon zu lesen und das Video "Der Feuersturm" zu zeigen.

Ich habe mich auch als Zeitzeuge dem Zeitzeugenverein zur Verfügung gestellt, aber wie komme ich mit einer Gehstrecke von 10 Metern vor die Schulklassen, wo ich nicht rauchen darf.

Ich diskutiere gern über die Vergangenheit, aber meine Töchter und Enkel sind unpolitisch und an schwierigen Themen nicht interessiert.

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Montag, 29. Januar 2018, 02:29

Sein Vater überlebte den Holocaust, sein Sohn wurde jüngst in der Schule gemobbt. "Wir können nicht mehr mit dir spielen." "Warum?" "Weil du Jude bist!" Michalski formuliert sehr deutlich.

So ist das nicht richtig. "Weil Juden Mörder sind." Der Vorwurf kam von Türken und Palästinensern, die den Staat Israel angreifen.

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