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Samstag, 29. März 2014, 16:13

Amtlich verordneter geistiger Stuhlgang

Dass das Folgende aus Düsseldorf kommt, ist nicht Anlass dieses Threads.


Aber wie tief, um Gottes Willen, ist eine Gesellschaft schon gesunken, die sich tatsächlich noch Gedanken um einen solchen Schwachfug macht und sich auch noch entblödet, das als Broschüre einer Landeshauptstadt zu veröffentlichen? ;( X( 8| ?( :thumbdown:







„99 Sängerinnen und
1 Sänger sind zusammen
100 Sänger.
Futsch sind die
99 Frauen, nicht mehr auffindbar, in der Männerschublade verschwunden.“
Luise F. Pusch






Liebe Leserin, lieber Leser,
Sprache ist der Spiegel unseres Zusammenlebens.
Ändern sich Gesellschaften und Kulturen, verändert sich auch die Sprache. Sie ist ein feines Instrument, Bedürfnisse nach Mitteilungen und Verständigung zu erfüllen. Sprache kann aber auch ein Instrument
des Ausschlusses sein.
Die Gesellschaft besteht aus Frauen und Männern und dies muss sowohl sprachlich als auch visuell zum Ausdruck gebracht werden. Beide Geschlechter sollen hör- und sichtbar gemacht werden, so dass ein Gleichgewicht zwischen Frauen und Männern hergestellt wird. Dazu gehört insbesondere auch eine geschlechtergerechte Verknüpfung von Sprache und Bildern. Nach wie vor herrscht oft noch Eingeschlechtlichkeit in der deutschen Sprachlandschaft.


Wenn wir Menschen gewinnen und überzeugen wollen, hängt viel davon ab, wie wir sie ansprechen. Um gezielt auf die individuellen Bedürfnisse der Beschäftigten und Bürgerinnen und Bürger reagieren zu können, müssen wir die unterschiedlichen Voraussetzungen auch sichtbar machen. Ein wichtiger Baustein dafür ist die Sprache. Denn dadurch wird zum Ausdruck gebracht, welche Rolle wir Frauen und Männern in unserer Gesellschaft – bewusst oder unbewusst – zuweisen.
Rollen, die fest in unseren Köpfen verankert sind, die meist nicht hinterfragt werden, die jedoch letztlich eine Gruppe von Menschen – Frauen oder Männer – benachteiligen oder ausschließen.
Anhand von Beispielen soll diese Arbeitshilfe veranschaulichen, wie geschlechtergerecht formuliert werden kann.


Viel Spaß beim Umsetzen!






Gute Gründe für eine geschlechtergerechte Sprache!


Es gibt viele gute Gründe um die Gleichberechtigung auch in der Sprache sichtbar zu machen, einige kurze Anregungen sind hier genannt:



„Mitmeinen“ reicht nicht, damit sich Frauen mit dem Geschriebenen oder Gesprochenen identifizieren können.

Ein fairer Sprachgebrauch impliziert Akzeptanz und Respekt Frauen und Männern gegenüber.

Anstelle von Missverständnissen treten Eindeutigkeit und Klarheit in den Vordergrund: Schluss mit dem Raten, wer gemeint ist.

Geschlechtergerechte Texte unterstützen gesellschaftliche Veränderungen.

Der Wortschatz wird belebt und erweitert.

Bestehende Rollenklischees werden aufgebrochen.




Zehn nützliche Tipps für die sprachliche Gleichstellung


1. Wenn Männer und Frauen gemeint sind, verwenden Sie die Paarform


Paarformen müssen grammatikalisch korrekt sein. Benutzen Sie vollständige Paarformen, indem Sie beispielsweise Verbindungen mit „und“, „oder“, „bzw“, einsetzen. Paarformen mit Schrägstrich sollten nicht im Fließtext verwendet werden, sondern lediglich in Tabellen oder Vordrucken.


Grundsätzlich sollte bei der Verwendung von Paarformen die weibliche Form zuerst genannt werden und diese dann auch konsequent im Text beibehalten. Kurze Sätze helfen zusätzlich, damit die Texte trotz Paarform gut lesbar bleiben.


Beispiele:
Vollständige Paarform

alle Bewerberinnen und Bewerber

die Bürgerinnen oder Bürger

die Studentinnen bzw. Studenten
Verkürzte Paarform mit Komma

die Ärztin, der Arzt

die Verkäuferin, der Verkäufer

die Expertin, der Experte
Verkürzte Paarform mit Schrägstrich

die Antragsstellerin / der Antragssteller

die Mitarbeiterin / der Mitarbeiter

die Kundin / der Kunde




2. Ist das Geschlecht relevant und grundlegend für den Inhalt des Textes, heben Sie es hervor

die Mitarbeiterin, der Mitarbeiter

die Köchin, der Koch

die Turnerin, der Turner

die Erzieherin, der Erzieher

die Schwimmerin, der Schwimmer
3. Richtet sich der Text an Frauen und Männer, ohne ein Geschlecht zu
bevorzugen, wählen Sie die neutrale Sprachform
Geschlechtsneutrale Personenbezeichnungen

die Person

das Mitglied

das Elternteil

die Führungskraft

die Fachkraft

die Küchenhilfe
Geschlechtsneutrale Pluralbildung

die Interessierten

die Institutsangehörigen

die Ehrenamtlichen

die Sachverständigen

die Studierenden

die Beschäftigten
Nichtpersönliche Funktions- und Amtsbezeichnungen

das Ministerium

das Präsidium

das Gremium

das Dezernat

das Amt

die Amtsleitung




4. Verändern Sie die Satzkonstruktionen. Rücken Sie eine Eigenschaft,
eine Institution oder eine Handlung in den Vordergrund ohne Personenbezeichnungen
zu nennen




Formulierungsbeispiele:


Die Präsidentin oder der Präsident und ihre Stellvertreterin bzw. ihr Stellvertreter oder seine Stellvertreterin bzw. sein Stellvertreter werden auf zwei Jahre gewählt.


Besser: Das Präsidium wird auf zwei Jahre gewählt.




Jeder Bürger soll sich anmelden!


Besser: Bitte anmelden! oder: Um Anmeldung wird gebeten!




Der Rat eines Fachmannes ist einzuholen.


Besser: Fachkundiger Rat ist einzuholen.




Name des Antragstellers …


Besser: Ich heiße …




Kein Mitarbeiter und keine Mitarbeiterin darf in der Ausübung seiner oder ihrer Meinungsfreiheit oder in einem seiner oder ihrer weiteren Grundrechte beschränkt werden.


Besser: Die Beschäftigten dürfen nicht in der Ausübung ihrer Meinungsfreiheit oder eines anderen Grundrechts beschränkt werden.




Wer aus dem Polizeidienst ausscheidet, hat seine Dienstwaffe abzugeben.


Besser: Wer aus dem Polizeidienst ausscheidet, muss die Dienstwaffe abgeben.




Aus Sicht des Psychologen …


Besser: Aus psychologischer Sicht …




Die Studentinnen und Studenten, die ein Auslandssemester planen, …


Besser: Studierende, die ein Auslandssemester planen, …




Die Antragstellerin oder der Antragsteller muss seinen oder ihren Personalausweis …


Besser: Die antragstellende Person muss den Personalausweis …




Der Leser merkt, …


Besser: Wer diesen Artikel liest, merkt…




Teilnehmer können gewinnen.


Besser: Wer teilnimmt, kann gewinnen.




Jeder, der einen Beitrag leisten will …


Besser: Alle, die einen Beitrag leisten wollen …




Der Herausgeber ist …


Besser: … herausgegeben von …




Der Vertreter ist …


Besser: … vertreten durch …




5. Verwenden Sie Anreden statt Personenbezeichnungen


Wenn ein Text an einen bestimmten Personenkreis gerichtet ist, beispielsweise in Vorschriften, Richtlinien oder ähnlichen Texten, kann dieser Personenkreis direkt angeredet werden und im Folgenden mit „Sie“ angesprochen werden. Es werden somit komplizierte und nicht gut lesbare Wiederholungen der Personenbezeichnungen vermieden.


Formulierungsbeispiel:


Die Antragsstellerin bzw. der Antragssteller von Bauanträgen dürfen die Bauakten nur im Archiv einsehen. Sie oder er dürfen keine Getränke und Speisen in das Archiv mitnehmen.


Besser: Informationen an die Antragstellenden: Bitte beachten Sie, dass Sie die Bauakten nur im Archiv einsehen können. Getränke und Speisen sind dort nicht erlaubt.




6. Achten Sie auf die unterschiedlichen Textsorten


Je nach Art und Inhalt des Textes sollten die passenden Textformen
gewählt werden:

Bei Texten mit wenig Platz (Anzeigen, Formulare etc.) kann die Paarform mit Schrägstrich gewählt werden.

In Einladungen werden die Eheleute sowie Lebensgefährtinnen und -gefährten namentlich erwähnt.




7. Vermeiden Sie die weibliche oder männliche Form in zusammengesetzten Worten


Formulierungsbeispiele:


benutzerfreundlich


Besser: leicht verständlich, einfach zu bedienen




anwenderbezogen


Besser: anwendungsbezogen, praxisbezogen




kundenbezogen


Besser: publikumsbezogen




Ansprechpartner


Besser: Ansprechperson, Kontakt




Amtsleiter


Besser: Amtsleitung




Mannschaft


Besser: Team




jedermann
Besser: alle


keiner




Besser: niemand






8. Vermeiden Sie Klischees und Stereotype


Formulierungsbeispiele:


das schwache / starke Geschlecht


Besser: die Frauen, die Männer




Not am Mann


Besser: Notlage, Engpass




Mädchenname


Besser: Geburtsname




Mütterberatung


Besser: Elternberatung




alter Hase


Besser: Fachkraft, Expertin, Experte




graue Maus


Besser: unscheinbare Person




Jungspund


Besser: unerfahrener bzw. unreifer Mensch




brüderlich teilen
Besser: gerecht teilen




Heulsuse


Besser: Person, die viel weint




Ammenmärchen


Besser: etwas Erfundenes, eine Lüge




Milchmädchenrechnung


Besser: Trugschluss, naive Betrachtung




9. Bilder sagen mehr als tausend Worte …


… und genau deshalb ist es wichtig, neben der geschlechtergerechten Sprache auch eine geschlechtergerechte Illustration zu verwenden.


Denn Bilder, Fotos, Grafiken usw. sind beliebte Gestaltungsmittel mit einer starken Wirkung. Umso bedeutsamer ist es, diese wohl überlegt im Hinblick auf das Ziel einer geschlechtergerechten Aussage einzusetzen.




10. Checkliste – Haben Sie an alles gedacht?



Wenn Sie Textpassagen von Dritten verwenden, sind diese geschlechtergerecht?

Haben Sie auf geschlechtergerechte Personenbezeichnungen geachtet?

Sind alle Titel- und Funktionsbezeichnungen geschlechtergerecht?

Weglassprobe: Wenn ich Schrägstriche verwende: Entstehen auch nach Weglassen der Schrägstriche korrekte Wörter?

Falls Umformulierungen oder die geschlechtergerechte Form gewählt
wurde, bleibt die Bedeutung des Satzes dieselbe?

Ist die Übereinstimmung (Kongruenz) innerhalb des Satzes gegeben (statt: Susi, Melanie und Dina sind Freunde → Susi, Melanie und Dina sind Freundinnen)?


Um erfolgreich geschlechtergerechte Texte zu formulieren, ist es unerlässlich die beschriebenen Möglichkeiten sinnvoll miteinander zu kombinieren. Dadurch wird der Text ausgewogen, abwechslungsreich und gut lesbar. Nach einigem Probieren werden Sie erkennen, dass es Spaß macht, kreativ mit der geschlechtergerechten Sprache zu jonglieren.




Herausgegeben von: Landeshauptstadt Düsseldorf, Der Oberbürgermeister, Büro für die Gleichstellung von Frauen und Männern Verantwortlich: Sabine Ulrich Text und Redaktion: Sabine Ulrich, Steffen Feltens Stand: 9/2012


Bei Interesse am PDF des Originals bitte eine PN mit Angabe einer E-Mail-Adresse.
Falls Sie hier die Flöhe husten hören:
es könnten Ihre eigenen sein! :D

berlin

Kaiser aller Tiere - gottähnlich

  • Nachricht senden

2

Samstag, 29. März 2014, 19:00

liebe Weicheier und Weicheierinnen,

so lange ihr keine anderen Sorgen und Sorginnen habt,




ist ja alles im Ordner, in Ordnung.



Postamtmänninnen werden schneller geschwängert als ihre männlichen Kollegen.



Liebe Mütter beiderlei Geschlechts.



An Allerseelen gedenken wir der Toten und Totinnen.



Auch Frauen pinkeln jetzt im Stehen.

C Koerbchen

unregistriert

3

Samstag, 29. März 2014, 19:14

Der Titel ist klasse und passend :)

Also ganz wirklich und ehrlich: ich fühle mich mit "Bürger" nicht weniger angesprochen, als wie mit "Bürgerin". Ich empfinde es sogar als ein wenig quälend, mich durch diese politisch korrekten Geschreibsel zu lesen, wenn ich doch nur eine kurze Info will. Ich fänd es viel wichtiger, wenn Frauen die gleichen Gehälter wie Männer bekämen und vernünftige Hortplätze für den Nachwuchs, der bis dato nur irgendwo abgeschoben wird, so dass für uns so eine Einrichtung nicht in Frage kommt. ;(

C Koerbchen

unregistriert

4

Samstag, 29. März 2014, 19:17

Auch Frauen pinkeln jetzt im Stehen.

Ja, das tun sie, dank Urinella . :thumbup:

5

Sonntag, 30. März 2014, 18:05

Diese Sesselfurzer produzieren die herrlichste Realsatire. Am laufenden Band.

6

Mittwoch, 2. April 2014, 19:08

Gerechterweise muss ich dazu sagen, dass ich auf diesen Unsinn erst durch einen Beitrag aufmerksam wurde, in dem man vor einigen Tagen darüber berichtete, dass der Düsseldorfer OB Elbers nach massiver Kritik diesen "Katalog" zur Überarbeitung angewiesen hat, was wohl etwa der Hälfte dieses unsäglichen Sprechdurchfalls den Garaus machen soll.


Was nichts am Grundsätzlichen ändert: wie krank muss ein Mensch eigentlich im Oberstübchen sein, um sich überhaupt damit zu befassen? ?(
Falls Sie hier die Flöhe husten hören:
es könnten Ihre eigenen sein! :D

7

Mittwoch, 2. April 2014, 19:27

Was nichts am Grundsätzlichen ändert: wie krank muss ein Mensch eigentlich im Oberstübchen sein, um sich überhaupt damit zu befassen? ?(

Vielleicht entsteht sowas, wenn man sich bei der Arbeit zu sehr langweilt. ;)

8

Mittwoch, 2. April 2014, 20:29

bei der Arbeit
Tja: welche "Arbeit"??? :huh:
Falls Sie hier die Flöhe husten hören:
es könnten Ihre eigenen sein! :D

9

Mittwoch, 2. April 2014, 23:06

Aber Hallo @ Turm, wenn man es richtig macht, ist es sehr viel Arbeit!

10

Donnerstag, 3. April 2014, 08:07

es
Hallo, elfi. Was ist "es"?
Falls Sie hier die Flöhe husten hören:
es könnten Ihre eigenen sein! :D

11

Donnerstag, 3. April 2014, 10:42

Hallo, elfi. Was ist "es"?

Das Amt, das ein Politiker ausübt. Das scheint zum Teil nicht ganz ernst genommen zu werden, wenn man sich mal die Fehlstunden anschaut.

12

Freitag, 4. April 2014, 10:39

Mit den "Fehlstunden" im Parlament habe ich keine Probleme. Ob die Präsenz in dieser Schwatzbude nun wirklich der politischen Effizienz dienlich ist, darf angesichts so manchen inhaltsleeren Geschwafels bezweifelt werden. Während die Leutchen Pflichtstunden im Parlament absitzen, können sie nichts Konkretes tun. Ob dieses Konkrete wiederum sinnvoll oder nützlich ist, steht auf einem anderen Blatt.


Nicht nur im Bereich der Politik begegnen wir schließlich Menschen, die 40 Jahre lang nur Bockmist gebaut haben, dies jedoch als ihre Erfahrung hochleben lassen.
Falls Sie hier die Flöhe husten hören:
es könnten Ihre eigenen sein! :D

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