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Freitag, 21. November 2014, 10:01

Augenwischerei Tierwohl


Mehrere Unternehmen haben sich zu einer Brancheninitiative Tierwohl zusammengeschlossen, um mehr Tierschutz bei der Fleischproduktion zu erreichen. Das bislang bekannt gewordene Konzept lässt aber nicht erwarten, dass es mehr Transparenz für Verbraucher geben wird.




„Verbraucherinnen und Verbraucher sollten klar erkennen können, welche Produkte aus tiergerechter Haltung kommen. Die geplanten Regelungen der Brancheninitiative sind völlig unzureichend“, sagt Sophie Herr, Leiterin des Teams Lebensmittel beim Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) .


Das ist mal wieder typisch. Leider. Und nur über eine entsprechende Konsumhaltung zu beantworten. Eigentlich.

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Freitag, 21. November 2014, 12:51

Da befinden wir uns wieder einmal im schon angesprochenen großen Feld von "Bio" und "Öko".

Ich kenne noch die früher üblichen Hausschlachtungen. Wir hatten zwar einen wirklich tollen Metzgerbetrieb am Ort, aber wenn auf den Höfen der Schlachter anrückte, war das in der Nachbarschaft immer noch DER Aufhänger schlechthin - und für den Metzger eine durchaus ernsthafte Konkurrenz, wenn er auch sein Schlachtvieh von den gleichen Bauern bezog. Er selbst hatte Montagnachmittag seinen Ladenbetrieb geschlossen. Das war der Schlachttag, und stundenlang floss die rote Soße die Eder hinunter, bis sich die Blutlache nach ca. 5 km weitgehend aufgelöst hatte. Um vom Tierblut der nächsten Schlachterei flussabwärts aufgefrischt zu werden. Appetitlich ist anders, aber so waren die Gegebenheiten. Und die Tiere lebten "artgerecht".

Bis den Hausschlachtungen weitgehend ein Riegel vorgeschoben wurde. Aus "hygienischen Gründen". Es war bis dato zwar kein Fall bekannt geworden, dass es zu Krankheitsfällen nach einer Hausschlachtung gekommen wäre; tödlich endete das stets nur für das Vieh (auch heute gibt es noch solche Hausschlachtungen, aber das wird zumeist "schwarz" erledigt).

Ebenfalls aus hygienischen Gründen wurde der Metzgerei der Bau einer Kläranlage auferlegt. Ein Mordsding für sauteures Geld, aber die "blutende Eder" gehörte der Vergangenheit an. Weitere Auflagen machten An- und Umbauten an Schlacht- und Kühlhaus erforderlich. Im Sinne von Lebensmittelhygiene und Sauberkeit wurde das allgemein begrüßt. Dass man das Quieken und Brüllen des Schlachtviehs nicht mehr hören konnte, nahm man ebenfalls wohlwollend wahr.

Die Sache hatte nur einen Haken: für einen wirtschaftlichen Betrieb war die Metzgerei angesichts der neueren Auflagen einfach zu klein. Da zeitgleich auch die Ära der Nebenerwerbsbetriebe zu Ende ging, fehlten mehr und mehr auch die bekannten und bewährten Lieferanten von den kleinen Höfen. 1991 war dann Schluss. Es lohnte einfach nicht mehr, und der seit seit 1859 bestehende Familienbetrieb gehörte der Vergangenheit an. Seitdem gibt es im Stadtgebiet nur noch einen einzigen Schlachtbetrieb. Ein sog. "EG-Schlachthof", heute wohl "EU". Fließbandabfertigung von Schlachtvieh, beworben zwar mit "aus der Region", aber eben nicht mehr vom "Bauern Müller", den man kannte und mit dem gemeinsam man sonntags in die Kirche ging.

Und ja, Du hast schon Recht: mit einem anderen "Verbraucherverhalten" wären Änderungen tatsächlich denkbar. Aber ganz ehrlich: ich habe heute noch einen abgrundtiefen Ekel vor den "Schälrippchen", die es aus Kostengründen im Elternhaus allzu oft setzte. Meinethalben "biologisch" gezüchtet und aus artgerechter Haltung, aber die knappen Familienkassen waren es schließlich auch mit gewesen, die die Leute Hausschlachtungen haben durchführen lassen. Mit dem Verbraucherverhalten ist das so eine Sache. Der Homo Sapiens ist eben auch immer ein Homo Oeconomicus. Und wenn die Kröten nicht reichen, setzt es eben Haut und Knochen.

Und ich möchte bei dieser Gelegenheit auch einmal daran erinnern, dass zu Zeiten der Tsunami-Katastrophe im japanischen Fukushima auch ein sog. "Bio"-Hof (das war so eine "vegetarische Gärtnerei") im Verdacht stand, mit seinen "Sprossen" etwa 30 Menschleben gefordert zu haben. Dass das Wörtchen "Bio" bei der Berichterstattung krampfhaft vermieden wurde, war schon recht auffällig - was nicht sein darf, kann nicht sein (Fukushima erwähne ich in diesem Zusammenhang, da der GAU im Kraftwerk Daiichi kein einziges Menschenleben forderte - aber keine Medienmeldung über die 18.000 Toten der Flutwelle kam ohne "Atom" aus...).

Und das 2008 erschienene Buch "Biokost und Ökokult" vermerkt Folgendes:

"…Ende der neunziger Jahre wurden in Deutschland mehrere Todesfälle und
einige Hundert Erkrankungen bei Kindern bekannt, die sich mit EHEC-Bakterien (Enterohämorrhagische
Escherichia coli) infiziert hatten. Auch diese Erreger lauern
typischerweise in Fäkalienresten auf Feldgemüse, nicht nur bei Biobauern.
„Zurück zur mittelalterlichen Produktionsweisen kann eben auch bedeuten, dass
mittelalterliche Gefahren wieder auftauchen“, sagt Beda M. Stadler, Professor
für Immunologie an der Universität Bern…”



Verbraucher mögen ihr Verhalten ändern. Aber solange die Weltbevölkerung weiterhin so anwächst wie derzeit üblich, mögen wir uns in unserem Land der Seligen des Tierschutzes annehmen, bis uns schlecht wird. An den Verhältnissen ändern wir nichts. Kein Bisschen! "Bio" ist diese Masse Mensch nicht zu ernähren!

Und solange ich im Restaurant bei meiner Speisenauswahl förmlich Slalom laufen muss, um "Bio", "Vegan", "Laktosefrei" und sonstigen in ähnlicher Weise gekennzeichneten "Speisen" aus dem Weg zu gehen (wobei dann die Karte plötzlich recht überschaubar wird, aber gnade Gott dem Betreiber, der da nicht mitzieht), kann mich niemand überzeugen, dass er tatsächlich das "Tierwohl" im Auge hat.

Es geht - wie zumeist - um die Beruhigung des eigenen Gewissens. Dann man guten Appetit.
Falls Sie hier die Flöhe husten hören:
es könnten Ihre eigenen sein! :D

3

Freitag, 21. November 2014, 14:56

Bio, Vegan, Laktosefrei - das sind alles Märkte. Nichts anderes. Ernährung ist etwas viel zu individuelles, um es in eine Bewegung stecken zu wollen. Einfach gesund und vollwertig - mehr will ich ja garnicht ... ?(

berlin

Kaiser aller Tiere - gottähnlich

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4

Freitag, 21. November 2014, 16:28

Zitat

"aus tiergerechter Haltung"

Ach Gott, hat einer mal die Viecher gefragt?

Ich habe gar kein Verhältnis zu Tieren. Hunde mögen mich. Vor Kühen habe ich Schiss. Kinder und Hunde jagen gerne Enten.

Freilaufende Hühner holt der Habicht oder der Fuchs. Eingesperrte sind sicher.

Machen sich Tiere überhaupt Gedanken darüber, ob sie glücklich sind?

Ich war weder am 8.5.1945, noch am Hochzeitstag glücklich.

Zufriedenheit reicht mir. Wann ist ein Regenwurm zufrieden? Ein Löwe ist zufrieden, wenn er satt ist.



Ich bin restlos zufrieden, wenn ich aus dem Krankenhaus komme, am PC sitze und wieder "frei" rauchen kann.

Ob jemand meine Totenruhe stört, kratzt mich auch nicht. Ich bin artgerecht entsorgt.

berlin

Kaiser aller Tiere - gottähnlich

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5

Dienstag, 25. November 2014, 18:52

Artgerechte Haltung: Und nun Vogelgrippe!

Meine Haushälterin sagt: "Wenn auf dem Markt die Bio-Eier aus sind, nimmt man andere."

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