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(Ulen-) Spiegel

unregistriert

1

Donnerstag, 6. Februar 2014, 19:24

Zeitgemäße Betrachtungen eines Nichtchristen

"Diese Streitschrift, die ein Zentrum der Diskussion werden sollte, hat einen theoretischen und einen politischen Aspekt. Soweit sie ein ideologisches Mäntelchen herrschender Unterdrückung noch mehr zu zerfetzen hilft, ist sie uneingeschränkt gut. Und von einem vorbildlichen Mut ist sie dadurch, daß sie es strikt ablehnt, sich auf jenes gentlemen agreement zwischen Glauben und Wissen einzulassen. das mir sowohl für die Gläubigen als auch für die Gelehrten eine Beleidigung scheint." (Prof. Ludwig Marcuse in der Wochenschrift "Die Zeit")

"So traurig es ist, daß es Ungläubige gibt, so befreiend ist es unter diesen Umständen, daß sich Ungläubige endlich die Mühe machen und den Mut finden, öffentlich zu sagen, was sie denken, was sie fühlen und was sie auf dem Herzen haben. (Von den Lauen hat Christus gesagt, daß er sie ausspeien wolle aus seinem Munde.) Das gilt, ich wiederhole es, selbst von aggressiven Äußerungen, gegen die man sich natürlich wehren darf und soll. Das gilt erst recht von den Untersuchungen und Bekenntnissen Gerhard Szczesnys. Nach diesem Buch grüßt ihn der Christ mit Sympathie - über den Graben hinweg, den sein Buch nicht vertieft, sondern sichtbarer macht, um der Wahrhaftigkeit willen, die wir einander schulden." (Walter Dirks in den "Frankfurter Heften")

Dieser Analytiker geht hautnah an die christliche Gesellschaft. Diese Nähe, diese Großaufnahme, der keine Pore verborgen bleibt, weckt Unbehagen, weckt Scham. Und die Vehemenz der Aussage verrät die Enttäuschung des Atheisten am Gläubigen ... Wenn Luzifer Erzengel wäre, hätte Gerhard Szczesny ein christliches Buch geschrieben. So aber - und das sei trotz allem dankbar vermerkt - schrieb er ein Ärgernis. Wer diese Buch liest, ist vor sich selbst auf die radikale Antwort geworfen." (I. O. Zöller in der katholischen Wochenschrift "Echo der Zeit")

Das sind nur drei der Zitate, von denen das Buch des nun schon genannten Verfassers eingerahmt wird. Aber alleine sie müssten doch wohl Interesse bei denen wecken, die sich schon mal mit Glauben und Wissen befasst haben. Mir ist das Buch erst zum Ende des Studiums näher gekommen, aber ich habe es seitdem bis heute nicht wirklich aus der Hand gelegt.

Szczesnys Buch "Die Zukunft des Unglaubens" * beginnt mit der Beantwortung der Frage, warum diese Betrachtungen angestellt werden: "Die Ereignisse der ersten Hälfte unseres Jahrhunderts haben zwar nicht zu einer Renaissance des christlichen Glaubens, wohl aber zu einer Wiederherstellung der Geltung und Autorität des Christentums geführt. Nach dem Versagen der neuzeitlichen Ersatzreligionen erscheint es wieder als unantastbarer Hort aller menschlichen Werte. [...] Es liegt also die historisch und psychologisch in mancher Hinsicht erklärbare, im ganzen aber doch merkwürdige Tatsache vor, daß die vor mehr als hundert Jahren mit unbekümmerter Aufrichtigkeit begonnene Auseinandersetzung mit dem Christentum in den letzten Jahrzehnten ständig verpönter geworden ist."

Sieht das nach weiteren 50 Jahren zu Anfang diese Jahrhunderts etwa anders aus?



* Gerhard Szczesny, Die Zukunft des Unglaubens, München 1958 (1960)

2

Donnerstag, 6. Februar 2014, 23:18

Du liest echt interessante Bücher, Spiegel. Ich denke dieses hier, lese ich auch. Danke für den Tipp!

Tja, wie sieht der Glaube aus? Da musste ich erst einmal über die Gläubigen in meinem Umfeld nachdenken. Sind da überhaupt welche? Hallo? Ist wer von euch gläubig? Es gibt ja viele Möglichkeiten, mit dem Glauben und der Kirche umzugehen. Ich kenne leute aus der gesamten Spannweite - von "fahrt zur Hölle" bis "oh sei gepriesen Heiland" Diese Vielfalt bringt auch eine Vielfalt an Gesprächen hervor. Hypes um zu- und abwanderungen gibt es in jedem Verein. Aus meiner perspektive heraus, sehe ich keine besonderen Trends.

berlin

Kaiser aller Tiere - gottähnlich

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3

Donnerstag, 6. Februar 2014, 23:45

Gott

Ich glaube nicht an Gott, aber an Schutzengel. Nicht die gelben.

Gabriel

unregistriert

4

Freitag, 7. Februar 2014, 09:02

Ich glaube nicht an Gott, aber an Schutzengel. Nicht die gelben.

Richtig, echte Schutzengel sind nicht korrupt. :D

5

Freitag, 7. Februar 2014, 15:47

Was ist ein "Nichtchrist", lieber Ulenspiegel?

Ich bin ich christlichem Glauben erzogen worden, habe im Konfirmandenunterricht noch richtig pauken müssen, um die Propheten herunter rasseln zu können. Regelmäßiger Kirchgänger war ich nie.


Ich bin Protestant, konnte jedoch schon zu Schulzeiten mit dem nach der Konfession getrennten Unterricht wenig anfangen. Anlässlich einer "religiösen Woche" im Jahr 1972, die in unserem Gymnasium abgehalten wurde, stellte ich die recht naiv anmutende Frage, was denn nun eigentlich der Unterschied zwischen der katholischen und der evangelischen Kirche sei. Ich erinnere mich nicht an die Antwort(en). Ein endloser Redeschwall hub an, und irgendwo darin muss wohl jemand so etwas wie eine Antwort gesehen haben. Für mich mit meinen damals 11 Jahren die Bestätigung, dass die Trennung in zwei Konfessionen Blödsinn sei. Und zugegeben: dabei ist es bis heute geblieben.


Kern der Sache scheint mir zu sein, inwieweit man den "Christen" mit einem "Glauben" in Übereinstimmung bringen kann oder wo sich Reibungspunkte ergeben. Bin ich nun ein schlechter Christ, wenn ich zugebe, dass ich die 10 Gebote nicht in ihrer Reihenfolge aufzusagen imstande bin?


Oder reicht es aus, die Gebote zu kennen und ein Leben nach deren Maxime zu führen?


Kirche und Staat sollen ja angeblich getrennt sein. Die Maxime der 10 Gebote spiegelt sich jedoch in unserer Gesetzgebung wider, so überholt manchem Jünger der Aufklärung das Eine oder Andere auch erscheinen mag. Bedeutet das, dass man quasi schon dann zum Christen wird, wenn man gesetzestreuer Bürger ist?


Der Glaube ist etwas Anderes. Ich respektiere, wenn Menschen ihr Leben streng nach kirchlichen Vorgaben ausrichten. Ich respektiere auch eine katholische Kirche, ja selbst das Amt des Papstes. Hingegen ist es mir nicht möglich, der Schöpfungsgeschichte zu folgen. Die Heilige Dreifaltigkeit erscheint mir recht ominös. Ein Gott, der alles sieht, alles weiß, alles geschaffen hat und unser aller Schicksal lenkt? Es fällt mir schwer, das zu glauben.


Ist Glaube nun aber abhängig davon, einen Gott im kirchlichen Sinne akzeptieren und voraussetzen zu können? Dann bin ich wohl nicht gläubig.


Aber trotzdem lebe ich als Bürger unseres Staates letztlich nach christlichem Grundverständnis. Und wenn ich nachts in einen sternklaren Himmel sehe, die Unendlichkeit des Universums erblicke, mir der tiefen (physikalischen) Zusammenhänge bewusst werde, des Wunders des Lebens, das sich auf unserem Planeten hat entwickeln können - dann stelle ich mir bisweilen schon die Frage, ob dies alles nur Zufall hat sein können. Und selbst, wenn es (bis zurück zum Urknall - aber was war vorher?) Zufall war: dann hat dieser Zufall etwas Göttliches.


Nur, werter Ulenspiegel: macht mich eine solche Überlegung doch wieder zum Christen? Oder bleibe ich ein Nichtchrist - was immer das auch sein soll?
Falls Sie hier die Flöhe husten hören:
es könnten Ihre eigenen sein! :D

(Ulen-) Spiegel

unregistriert

6

Freitag, 7. Februar 2014, 20:31

"Nichtchrist"

Mit (oder ohne?) Erlaubnis des Betreibers berlin meine kurze Antwort auf die erste Frage:

Nichtchrist = Atheist, Ungläubiger.

Die zweite Frage kann m. E. nur von Dir selbst beantwortet werden, Turm 61.

berlin

Kaiser aller Tiere - gottähnlich

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7

Freitag, 7. Februar 2014, 23:19

Ich habe mir angewöhnt, nicht über Religion zu diskutieren. Das bringt nichts. Ich will keinen von meiner Lebensauffassung überzeugen. Gleiches gilt auch für den Geschmack. Ich laufe (draußen) in Sandalen und Jogginghosen rum, weil das bequem ist.

berlin

Kaiser aller Tiere - gottähnlich

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8

Samstag, 8. Februar 2014, 01:21

Nichtchrist = Atheist, Ungläubiger.
Das ist nicht ganz richtig. Nach Kardinal Meisner gibt es auch noch den Viertel-Christen, den Evangelischen.

Patrick

unregistriert

9

Samstag, 8. Februar 2014, 05:54

Ich habe mir angewöhnt, nicht über Religion zu diskutieren. Das bringt nichts. Ich will keinen von meiner Lebensauffassung überzeugen. Gleiches gilt auch für den Geschmack. Ich laufe (draußen) in Sandalen und Jogginghosen rum, weil das bequem ist.
Viele alte Menschen achten nicht mehr auf ihr Äußeres leider

berlin

Kaiser aller Tiere - gottähnlich

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10

Samstag, 8. Februar 2014, 09:42

Viele alte Menschen achten nicht mehr auf ihr Äußeres leider
Für wen soll ich mich denn schön machen? "Damit Sie bei der Operation richtig schön sind", sagte auch die Schwester im Krankenhaus. Die Chirurgen haben mich bauchabwärts verarztet! Ich möchte den Rest meines Lebens nicht hauptsächlich mit Waschen, Rasieren, Schuhe-Zubinden und An- und Ausziehen verbringen. Dabei muss ich stehen, und ich hab "Rücken", das tut weh!!! In den Richtlinien des Medizinischen Dienstes steht, dass ältere Menschen nur einmal die Woche duschen wollen. Früher haben wir auch nur einmal die Woche gebadet, und zwar immer samstags. Zuerst der Vater, dann die Kinder und zuletzt die Mutter, alle im selben Wasser. Ich fahre auch immer Aufzug.

(Ulen-) Spiegel

unregistriert

11

Sonntag, 9. Februar 2014, 19:08

Die Zukunft des Unglaubens

Ich habe mir angewöhnt, nicht über Religion zu diskutieren. Das bringt nichts. Ich will keinen von meiner Lebensauffassung überzeugen.

Der vorliegende Versuch wird nicht in der Absicht unternommen, den Bekenner der christlichen Religion seinem Glauben abtrünnig zu machen, sondern wendet sich an jene Menschen, denen die "Glaubenslosigkeit" selbstverständlich geworden und von denen eine "Rückkehr zum Christentum" nicht mehr zu erwarten ist. Es gilt die Zwangsvorstellung zu überwinden, daß der "gottlose" Mensch ein minderwertiges Subjekt, eine zum völligen Ruin aller menschlichen Ordnung führende nihilistische Existenz, kurz eine schlechterdings teuflische Erscheinung sei, die mit allen Mitteln zu bekämpfen wahre Einsicht, Humanität und Christlichkeit verrate. Soweit Anschauungen solcher Art gefordert oder gefördert werden und die böswillige Absicht erkennbar ist, den nichtchristlichen Standpunkt zu verunglimpfen und diejenigen, die ihn einnehmen, gesellschaftlich, moralisch und geistig unter Druck zu setzen, ist dieses Buch antichristlich. Sonst ist es ebenso wenig antichristlich wie es antiislamisch oder antitaoistisch oder antianthroposophisch zu sein die Absicht hat. Es wird die Freiheit des Christen, sich zu seinem Glauben zu bekennen und dessen Kult auszuüben, um nichts weniger verteidigen als die Freiheit nichtchristlicher Glaubensüberzeugungen und Verhaltensweisen, muß aber gerade deshalb jeden kulturellen oder gar politischen Herrschaftsanspruch des Christentums und seiner Institutionen zurückweisen.

(Szczesny, a.a.O.)

berlin

Kaiser aller Tiere - gottähnlich

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12

Sonntag, 9. Februar 2014, 23:34

jene Menschen, denen die "Glaubenslosigkeit" selbstverständlich geworden und von denen eine "Rückkehr zum Christentum" nicht mehr zu erwarten ist.

So einer bin ich. Warum also dieser Versuch? In den Schoß welcher Kirche willste mich denn zurückholen? Katholisch? Evangelisch? Ich lass dir deinen Glauben, lass mir meinen Nicht-Gauben! Auf dem Sterbebett überlege ich es mir vielleicht anders (Rückversicherung für den Fall, dass doch ..).

Gleichnis mit den Weinarbeitern.



Mein Vater war auch so ein Laumann. Wenn die Familie sonntags in die Kirche ging, blieb er draußen und rauchte. Obwohl ich ihm versprechen musste, ihn nie in ein katholisches KK einzuliefern, starb er in einem solchen, versehen mit den heiligen Sterbesakramenten.

(Ulen-) Spiegel

unregistriert

13

Montag, 10. Februar 2014, 09:59

Die Zukunft des Unglaubens

"Ich lass dir deinen Glauben, lass mir meinen Nicht-Gauben!"



G. Szczesny macht mit seinem Buch ausdrücklich n i c h t den Versuch, Menschen wie Dich zu "bekehren".

Und ich auch nicht. Sonst hätte ich meinen Beruf wohl heute noch. -

Auch was Du vielleicht auf dem Sterbebett anstellst, ist Deine Sache.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »(Ulen-) Spiegel« (10. Februar 2014, 10:49)


14

Montag, 10. Februar 2014, 14:22

Oder reicht es aus, die Gebote zu kennen und ein Leben nach deren Maxime zu führen?

Ja! Vollkommen. Würden das alle tun, hätten wir paradiesische Zustände auf Erden. Aber aus irgendeinem Grund wollen dies ausgerechnet die Repräsentanten sämtlicher Religionen nicht. :huh:

15

Dienstag, 11. Februar 2014, 15:25

Oder reicht es aus, die Gebote zu kennen und ein Leben nach deren Maxime zu führen?

Ja! Vollkommen. Würden das alle tun, hätten wir paradiesische Zustände auf Erden. Aber aus irgendeinem Grund wollen dies ausgerechnet die Repräsentanten sämtlicher Religionen nicht. :huh:

Da im Ursprungstext von Turm61 die christlichen Gebote gemeint sind, ist es nicht angebracht den Repräsentanten sämtlicher Religionen vorwerfen zu wollen, dass sie nicht nach den christlichen Gebote leben. Nichtchristen haben, wenn überhaupt, ihre eigenen Gebote.

checkmate

unregistriert

16

Dienstag, 11. Februar 2014, 18:36

Sonst hätte ich meinen Beruf wohl heute noch. -
Auch du bist ein alter Knopp!

(Ulen-) Spiegel

unregistriert

17

Donnerstag, 20. Februar 2014, 19:38

Zeitgemäße Betrachtungen ...

Sobald der Mensch bewußt zu leben beginnt und nicht mehr nur übernommenen Zielvorstellungen folgt, sondern sein Tun und Treiben, sein Wünschen und Wollen aus eigener Einsicht motivieren will, um es in einen einleuchtenden Zusammenhang mit der ganzen Wirklichkeit zu bringen, ist die Nichtübereinstimmung von Motiv und Tat, Idee und Gestalt, Geglaubten und Gewußtem untragbar. Er muß seinen gleichbleibenden Taten entweder neue Motive finden oder aber seinen gleichbleibenden Motiven neue Taten folgen lassen. Er muß seine Existenz aufs neue den christlichen Glaubensvorstellungen anzupassen versuchen oder aber dieser Existenz neue außerchristliche Fundamente bauen. Es bleibt ihm schließlich gar nichts anderes übrig, als das, was er tut, hofft und wünscht, mit dem, was er von der Welt im ganzen glaubt, in Einklang zu bringen.

(G. Szczesny, a.a.O)

18

Freitag, 21. Februar 2014, 03:39

Ich hatte heute Besuch von den Zeugen Jehovas. Die haben es kürzer gemacht. Flyer in die Hand gedrückt und fertig.

Mohammed

unregistriert

19

Freitag, 21. Februar 2014, 03:45

Hebt das Rauchverbot in Kirchen auf, dann habt ihr die Läden auch wieder voll.

(Ulen-) Spiegel

unregistriert

20

Freitag, 21. Februar 2014, 06:11

hier wie dort* -

Ich glaube, das hat er nicht verstanden (Hiob*, gestern, 23:19)





* http://www.staedter-forum.de/index.php?p…ead&threadID=92

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