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Donnerstag, 22. Januar 2015, 16:29

Frischluft-Allergiker



Beruf: Prekarier


Nebulöse Kneipen


Die Jüngeren unter uns wissen es gar nicht mehr: Früher gab es Kneipen und Gaststätten, da durfte und wurde nach Lust und Laune geraucht. So viel, wie jeder konnte und wollte. Wer schlapp machte oder wem übel wurde, der trank eben einen Schnaps oder öffnete verschämt auf dem Lokus ein Fensterchen (Wenn eines da war). Rauchmelder waren Fehlanzeige, denn was sollte man mit einem Warngerät anfangen, das für den Dauerbetrieb gar nicht konstruiert oder konzipiert war?

Schon beim Betreten des einen oder anderen Etablissements konnte es schwierig sein, den Überblick zu behalten oder zu bekommen. Dieses, bzw. die Räumlichkeiten galt es dann zu erkunden, während sich ortskundige bereits sicher und schnell wie Blinde im Raum bewegten. Nachdem sich die Augen dann an den dichten Nebel gewöhnt hatten,
entdeckte man dann oft auch einen netten Bekannten und Verwandten. So erlebte man zusätzlich eine angenehme Überraschung.

Stillen Alarm gab es, wenn sich dann doch einmal ein Nichtraucher, manchmal
sogar ein militanter, aus Versehen in die gastliche Stätte verirrte. Aufkommende Proteste wurden im wahrsten Sinne des Wortes „im Keime erstickt.“ Nach längerem Aufenthalt der/des Betreffenden erledigten sich deren Beschwerden wie von selbst,- ihnen war schlicht die Luft ausgegangen.

Ein anderer wesentlicher Vorteil dieser Wirtshäuser waren die angebotenen Speisen und Getränke. Meist waren es Sol-Eier in Salzlake, eingelegte Gurken und geräucherte Mettwurst im Schutzbehälter. Bulletten und Frikadellen hielten sich Dank des
Mikroklimas deutlich länger als vermutet, sogar als es das Verfallsdatum suggerierte, und die keimtötende Wirkung des Rauches verbesserte in Einzelfällen sogar den Eigengeschmack oder hob ihn besonders hervor. Bei manch einem Lebensmittel veränderte sich der Geschmack sogar ins rustikal-cottagehafte! Einfach lecker!

Das Erkennungszeichen der eingeschworenen Gemeinschaft dieser regelmäßigen Gaststättenbesucher war nicht nur der dem Manne zugehörige Bierbauch, sondern auch die dunkel-nikontingelben Raucherfinger. Aber auch das schwefelig-gelbe Interieur vieler Bars und Cafés und Kneipen sorgte für einen Wiedererkennungs- und Wohlfühleffekt. Die Älteren unter uns werden mir zustimmen: Das war ein einzigartiger Mikrokosmos, fast schon eine ökologische Nische, die man heutzutage nur noch durch Mund-zu-Mund-Propaganda wieder finden dürfte. Bestimmt gibt es ganz, ganz kleine Eckchen in einem nur wenig bekannten kleinem Veedel, in dem ein renitenter Wirt überlebt hat und die alte Rauchkultur sorgsam pflegt!

berlin

Kaiser aller Tiere - gottähnlich

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2

Donnerstag, 22. Januar 2015, 17:06

Früher gab es überhaupt freundlichere Mitmenschen.



Es gab auch Bäcker, die einem die frischen Brötchen morgens brachten. So habe ich meine Frau kennengelernt.

3

Donnerstag, 22. Januar 2015, 17:11

Zu diesemThema habe ich dereinst bei den dahin geschiedenen "Stadtmenschen" mit dem Titel "Die Meinung eines Nichtrauchers" Folgendes gepostet:



meine frühere Stammkneipe
(vielleicht zu viel gesagt, aber wenn ich eine Kneipe aufsuchte, dann eben
diese) habe ich aufgegeben; wahrscheinlich erledigt sich das Thema angesichts
der allzu wenigen nicht rauchenden Gäste ohnehin in absehbarer Zeit von
alleine.


Es war meine persönliche Entscheidung, mich dem bekannten,
tatsächlich nicht unbedingt einladenden Mief auszusetzen, und ich habe es
unbeschadet überstanden. Der Personenkreis, um dessentwillen ich mich dort ab
und an habe blicken lassen, hat sich in alle Winde zerstreut; wer nun noch die
mittlerweile politisch korrekte, reine Luft atmet, hält sich nur noch relativ
kurz auf (wohl auch angesichts des Wirts, der ab und an den Tresen verlassen
muss, wenn er sich seinen Glimmstengel anzuzünden gedenkt). Eine viel zu
geringe Zahl, um den Betrieb aufrecht zu erhalten.


Mein Bekannten- und Verwandtenkreis zählt recht viele
Raucher - dies ist mir jedoch erst im Zuge der Diskussion um die „rauchfreie
Kneipe“ bewusst geworden: kein/e Einzige/r dieses Kreises verlässt nicht auch
die eigene Wohnung, wenn er / sie seiner / ihrer Lust frönt. Lange vorbei sind
die Zeiten, in denen es der gesellschaftliche Comment meinen (nicht rauchenden)
Eltern noch gebot, einem jeden Besucher in ihrer Wohnung ungefragt einen
Aschenbecher auf den Tisch zu stellen.


Bezüglich der Speisegastronomie herrscht ungefragt
Einigkeit, dass, wo gegessen wird, das Rauchen verpönt ist. Seit Jahren (!)
habe ich nicht mehr erlebt, dass jemand in einem Restaurant eine Zigarette
angezündet hätte. In der klassischen „Kneipe“ hingegen, wo allenfalls mal eine
Bockwurst mit Senf über den Tresen ging, haben sich zumeinst Gleichgesinnte
getroffen, und dort störte sich niemand am Rauch.


Angesichts der Heftigkeit, mit der die Diskussion um
„Nichtraucherschutz“ geführt wird, frage ich mich angesichts meiner
alltäglichen Erfahrungen eines allenthalben problemlosen und unbelasteten
Miteinanders von Rauchern und Nichtrauchern, wieso nicht nur ich nirgends den
Schlachtenlärm des Krieges vernehmen kann, der angesichts von Berichterstattung
in den Medien und Diskussionen in Foren etc. doch ganz offenkundig zwischen
scheinbar unversöhnlichen Parteien herrschen sollte.


Ich habe mich stets als recht bodenständig betrachtet. Habe
ich nun etwa etwas vollkommen verpasst oder lebe ich mit meinem recht
weitläufigen Bekanntenkreis in einer kuriosen, aber friedlichen Parallelwelt,
während um mich (oder uns) herum erbitterte Kämpfe ausgefochten werden? Von wem
denn?





Mir deucht, dass sich nichts geändert hat. Oder??


P. S.: Der Wirt hat sich mittlerweile verabschiedet. Mit dem neuen kann ich ebenso wenig anfangen wie mit der (Rest-)Klientel, die ich dort registriere. Voller ist es nicht geworden. So ist das Ende für Jeden, dem auch nur Ansätze betriebswirtschaftlichen Denkens zuteil wurden, absehbar...
Falls Sie hier die Flöhe husten hören:
es könnten Ihre eigenen sein! :D

berlin

Kaiser aller Tiere - gottähnlich

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4

Donnerstag, 22. Januar 2015, 17:30

Früher gab es beim Kommiss sogar Zarette und Schnaps ummesons, damit man vor dem Tod (Helden-) wenigstens noch etwas Freude hatte.



Heute wird einem sogar auf dem Sterbebett noch die letzte Zigarette verweigert - angeblich zu ungesund.

5

Donnerstag, 22. Januar 2015, 17:37


berlin

Kaiser aller Tiere - gottähnlich

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6

Donnerstag, 22. Januar 2015, 17:55

Im Blögchen 1 Kommentar, 13 Leser.

Hier 5 Kommentare, 44 Leser.

berlin

Kaiser aller Tiere - gottähnlich

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7

Donnerstag, 22. Januar 2015, 20:00

Im Blögchen 1 Kommentar, 35 Leser.

Hier 6 Kommentare, 50 Leser.

berlin

Kaiser aller Tiere - gottähnlich

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8

Freitag, 23. Januar 2015, 02:48

@ Turm und alle

Warum schreibe ich das (Obige)?

Ich habe - als ich noch Admin im Blögchen war, Marbez von den Stadtmenschen weg zum Blögchen gelockt - sehr zum Unwillen von Compikoch "Schon wieder .."

Marbez versauert dort. Ich würde ihn gern zu uns holen. Er passt zu uns. Und da trifft es sich gut, wenn seine Beiträge bei uns mehr Kommentare und Leser erzielen.

Die Frage ist nur, wie ich Marbez das beibringe. Seine Mail-Adresse habe ich nicht. Und schreiben (auch als Gast nicht) kann ich im Blögchen nicht. escape liegt 24 Stunden am Tag auf der Lauer.

Appels Ejon

unregistriert

9

Freitag, 23. Januar 2015, 22:04

Man kann alles übertreiben. Wenn ich als Nichtraucher in eine Kneipe gehe wo geraucht wird- Juhd, warum sollen die dann alle mit dem Rauchen aufhören. Absoluter Nonsens ! Alles Gängelei unserer Ökotruppe aus Berlin. Soll doch der Wirt entscheiden. Entweder will der Wirt eine rauchfreie Kneipe oder eine verräucherte Kneipe. Er ist der Herr im Haus bzw der Kneipe und nicht der "Staat"

10

Freitag, 23. Januar 2015, 22:16

Es gibt Restaurants, wo man 2 Stunden auf das Essen warten muss.

Soll ich diese 2 Stunden vor der Tür verbringen und meine Partnerin drinnen sitzen lassen?



Und für die wundervolle "Zarette danach" fluchtartig das Lokal verlassen - ohne zu bezahlen? Denn auch der Kellner rechnet nicht sekundengenau ab.

berlin

Kaiser aller Tiere - gottähnlich

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11

Freitag, 23. Januar 2015, 22:26

Den ganzen Quatsch hätte man mit einer Kennzeichnungspflicht vermeiden können. "Rauchen erlaubt" und "Rauchen verboten". Abstimmung mit den Füßen.

12

Donnerstag, 21. April 2016, 17:31

die GrünInnen !!!

Auto fahren, Kriege führen, das Mittelmeer überqueren, zum OB kandidieren, alles verdammt gefährlich.

13

Donnerstag, 21. April 2016, 17:42

KrankenhauskeimInnen.

Wieso ist Keim männlich?

14

Freitag, 22. April 2016, 02:56

kein/e Einzige/r dieses Kreises verlässt nicht auch
die eigene Wohnung, wenn er / sie seiner / ihrer Lust frönt.

Moment mal, ich habe immer Schwierigkeiten mit der doppelten Verneinung. Heißt das, dass Ihr auch zu Hause zum Rauchen vor die Tür / auf den Balkon geht?

Wie kriege ich den Fernseher / die PC vor die Tür? Nee, zu Hause qualme ich außer im Schlafzimmer und auf dem Klo überall.

Ich bin Stress-Raucher, kein Genussraucher.

Natürlich vereinsame ich. Aber bei Team Viewer kann ich ja qualmen

15

Freitag, 22. April 2016, 14:11

Rentner befinden sich immer im Schtress. Haben an den Kassen die wenigste Zeit und gucken meist grimmig in die Gegend. :( Warum bloss ??

Anstatt zu geniessen, gehen sie anderen und sich selbst auf die Nerven :thumbdown:

ok. hap jetzt ein bisken verallgemeinert, aber so aehnlich laeuft es doch ab ??

16

Freitag, 22. April 2016, 14:38

Da saaachste was, Doktor!

Ich habe 20 Jahre lang in einem Autohaus gearbeitet, vorn im Kundendienst, immer an der "Front". Und stets haben sich Möglichkeiten gefunden, Kundschaft, die ihr Auto in die Werkstatt brachte, mit dem "Hol- und Bring-Dienst" an ihre Arbeitsstellen zu verfrachten, von wo wir sie nach getaner Arbeit (beider Seiten) dann auch wieder abholten.

Jahrelang! Ohne Probleme!

Aber gnade Gott, diese so verständig geglaubten Menschen erreichten den "Ruhe"stand! "Keine Zeit, keine Zeit!" war dann das geflügelte Wort. Wir brachten sie dann heim statt zur Arbeitsstelle- und noch bevor wir nach vielleicht 15 Minuten zurückkamen, berichteten die Kollegen oft vom ersten Anruf, ob denn der Wagen schon fertig sei. Das bei einer prognostizierten Reparaturzeit von 3 Stunden.

Nun will ich nicht meckern. Diese Lebensphase steht mir noch bevor. Und der Himmel allein weiß, wie ich mich dann entwickle. Den Meinen graust es schon, den Alten ohne seine Arbeit erdulden zu müssen (siehe dazu Loriot's "Pappa ante portas"). Ich bemühe mich um Geduld und Verständnis - ist es möglich, dass in diesem Lebensabschnitt jede Minute als besonders kostbar angesehen wird, da es ja, ob man will oder nicht, nun dem Ende entgegensieht, dessen Zeitpunkt unbekannt ist und dessen man sich im beruflichen Alltag nie so recht bewusst wird?
Falls Sie hier die Flöhe husten hören:
es könnten Ihre eigenen sein! :D

17

Freitag, 22. April 2016, 20:13

Stimmt. Rentner haben nie Zeit.

Ich bin die Ausnahme. Für ein Schwätzchen (auch länger) habe ich immer Zeit. Nur bei Arztbesuchen gibt es Hektik. Waschen, rasieren, umziehen, Taxi, letzte Zarette.

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Verwendete Tags

herrlich, kneipe, nebel, Rauchen, veedel

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