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Sonntag, 1. Februar 2015, 03:54

Bartholomäus Schink, Edelweißpirat

Ehrenfelder Geschichtslegenden

Am vergangenen Mittwoch gab es in der Stadtteilbücherei in Köln-Ehrenfeld eine interessante Veranstaltung. Der Kölner Jurist Winfried Seibert stellte sein Buch „Die Kölner Kontroverse“ vor. (Winfried Seibert, Die Kölner Kontroverse. Legenden und Fakten um die NS-Verbrechen in Köln-Ehrenfeld, Essen 2014)

Am 10. November 1944 wurden dreizehn Deutsche in Köln-Ehrenfeld gehängt. Es war ein Justizmord. Schon am 25. Oktober 1944 mussten Zwangsarbeiter ebenfalls am Galgen ihr Leben lassen als Opfer des NS-Terrors.

Einer der im November Hingerichteten war der 16jährige Bartholomäus Schink. 1981 stellte der Kölner Journalist Peter Finkelgruen bei der israelischen Gedenkstätte Yad Vashem den Antrag, drei Menschen, unter anderem Bartholomäus Schink, als „Gerechte der Völker“ zu ehren. 1984 wurde dem Antrag stattgegeben.

Dabei hatte Schink nachweislich keine Juden gerettet. Er unterhielt auch nur lose Kontakte zu den Edelweißpiraten, einer nonkonformistischen Jugendgruppe, die sich dem NS-Regime nicht anpassen wollte.

Winfried Seibert hat die 1967 aufgetauchten Gestapo-Akten durchgearbeitet. Und dabei stieß er auf Widersprüche, die das seit fast 40 Jahren gängige Bild von Bartholomäus Schink zumindest in Frage stellen.

Der junge Mann hatte im September 1944 Probleme mit der Polizei und stieß zur Ehrenfelder Gruppe um den „Bomben-Hans“, wie Hans Steinbrück, der ebenfalls am 10. November 1944 am Strang endete, genannt wurde Der „Bomben-Hans“ unterhielt in der Schönsteinstraße in Ehrenfeld ein Waffenlager.

Die von ihm angeführte Gruppe verübte Überfälle und Einbrüche. Einen Monat lang gehörte Schink dazu. Steinbrück gab nach seiner Verhaftung 1944 zu Protokoll, die Waffen sollten dazu eingesetzt werden, beim Näherrücken des Feindes Bahnanlagen oder andere kriegswichtige Einrichtungen im rückwärtigen Frontgebiet zu sprengen, um so zum Sturz der NS-Diktatur beizutragen.

Während Steinbrück, der ebenfalls am 10. November 1944 am Strang endete, in Vergessenheit geriet, avancierte Bartholomäus Schink zum „Helden“ dieser Gruppe. Wurde er in den fünfziger Jahren einfach als kriminell abgetan, so setzte sich spätestens seit der ungerechtfertigten Ehrung in Yad Vashem eine völlig andere Sichtweise durch.

Die gute Gesinnung ersetzte Fakten. Auch ein wissenschaftliches Gutachten des Historikers Bernd Rusinek, der Ende der achtziger Jahre den Widerstandscharakter der Ehrenfelder Gruppe verneinte, konnte die Diskussion nicht versachlichen. Rusinek stellte in Abrede, dass es hier in erster Linie um Widerstand gegen das NS-Regime gegangen sei. Die Gruppe hätte nicht vorrangig politische Ziele verfolgt, sondern versucht, in einer von Gewalt geprägten Ausnahmesituation zu überleben. Deshalb sei es auch nicht zulässig, sie als Kriminelle abzutun, wie die Kölner Entschädigungsbehörden in den fünfziger und frühen sechziger Jahren meinten.

Winfried Seibert, der einen der in Yad Vashem geehrten Kölner 2008 in einem presserechtlichen Verfahren vertrat, hat ein Buch geschrieben, das für Kritik sorgen wird. Er orientiert sich an den Verfolgerakten – ein auch unter Historikern legitimes Verfahren – und misstraut mündlichen Zeugenaussagen.

Dabei spricht er Schink keineswegs eine kritische Haltung zum Regime ab, wehrt sich aber entschieden gegen jene spezifische Ehrenfelder Erinnerungskultur, die den jungen Mann zum Helden verklären möchte. Seibert deckt Ungereimtheiten auf, stellt Fragen, lässt aber keinen Zweifel daran, dass der junge Mann 1944 auf verbrecherische Weise hingerichtet wurde.

Bartholomäus Schink wurde das Opfer einer Diktatur. Später stempelte ihn die Bürokratie unsensibel zum halbstarken Kriminellen ab. Seit den achtziger Jahren wird er als Widerstandsheld verklärt. Wer er wirklich war, werden wir wohl nicht mehr herausfinden: Menschen haben viele Facetten.

Aber man sollte an ihn erinnern – an einen 16jährigen Jungen, der in unmenschlichen Zeiten in einem unmenschlichen Regime überleben wollte und der vor Herausforderungen gestellt wurde, die wir uns nicht vorstellen können. Er verdient Respekt, aber keine rührselige Geschichtspolitik.

berlin

Kaiser aller Tiere - gottähnlich

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2

Sonntag, 1. Februar 2015, 04:07

Ich habe in der Jugend von den Edelweißpiraten gehört. Wir Klettenberger hatten Angst vor ihnen. Für uns waren es einfach Krade.

Nach dem Krieg sah ich Bilder von den Gehängten in der Zeitung.

Justizopfer??? Ich weiß nicht. Auf Plünderungen stand die Todesstrafe. Zu Recht.



Auch Walter Kempowski erwähnt die Edelweißpiraten als kriminelle Jugendliche.

cornelius

unregistriert

3

Sonntag, 1. Februar 2015, 17:58

Widerstandskämpfer

Was sind Widerstandskämpfer?

Wer Sabotage betrieb (Waffen untauglich machte) oder Informationen an den Feind weitergab, trieb deutsche Soldaten in den Tod. Danach wäre Dr. Sorge aus Tokio der größte Widerstandskämpfer. Er verursachte durch seinen Verrat an Stalin den Zusammenbruch in Russland. Die Männer des 20. Juli wollten Karriere unter einer neuen Regierung machen. Der Einzige, der selbstlos handelte, war Georg Elser. Dem hat der liebe Gott einen Streich gespielt.

Die Edelweißpiraten wollten Rheinbrücken sprengen??? Damit hätten sie nur den Vormarsch der Alliierten aufgehalten, denn die mussten über den Rhein; das hätte Tausende deutsche Soldaten im Osten das Leben gekostet und den Vormarsch der Roten Armee begünstigt.



Die Edelweißpiraten waren Krade.

Die Partisanen waren Widerstandskämpfer.

Hitler und Goebbels haben auch auf Partisanen (Werwolf) gehofft. Aber die Deutschen waren keine Goten und wollten - wie heute - nur ihre Ruhe haben. Keine Bombennächte mehr.

4

Sonntag, 1. Februar 2015, 18:27

Zitat

"Wer Sabotage betrieb (Waffen untauglich machte) oder Informationen an den Feind weitergab, trieb deutsche Soldaten in den Tod."

Wenn das Ausländer machten, dann waren es Widerstandskämpfer.

"psst, Feind hört mit."

6

Dienstag, 3. Februar 2015, 03:34

Hallo Annick,

zu dem Thema kann ich direkt nichts sagen. Ich freue mich aber hier im Forum wieder einen Beitrag zu lesen. Da werde ich mich doch bald vielleicht auch wieder einmal einbringen.

Nach Bartholomäus Schink ist ja eine Straße hier neben dem Ehrenfelder Bahnhof benannt.

Zu dem Thema 3. Reich habe ich letze Woche im Übrigen das Buch von Harald Welzer gelesen: Täter - Wie ganz normale Menschen zu Massenmörder werden. http://www.amazon.de/T%C3%A4ter-norm...ald+t%C3%A4ter

Erschreckend wie schnell wir Menschen uns an neue Bedingungen (Referenzrahmen) anpassen und Dinge als normal empfinden, an die wir zuvor und unter andern Umständen nicht im Traum gedacht hätten.

Ich fürchte ich wäre damals auch der Gehirnwäsche zum Opfer gefallen und im Guten Glauben dem allgemeinen Zug der Lemminge gefolgt. Dem Gruppendruck ist nur schwer Widerstand zu leisten.

Alles nachzuprüfen ist ja auch Unmöglich. Manche Dinge muss man manchmal einfach glauben, auch wenn man diese nur schwer für sich beweisen kann.

Ich hoffe aber, dass ich mit meinen Erfahrungen eines heute 72-Jährigen nicht mehr so leicht zu beeinflussen bin und mir doch einen gesunden, auch durch viel Lektüre gereiften, Menschenverstand erworben habe.

Hoffentlich. Aber weiß man es?

Gruß Lemm[y]i

berlin

Kaiser aller Tiere - gottähnlich

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7

Dienstag, 3. Februar 2015, 03:47

Der von Lemmy eingestellte Link funktioniert nicht.

Aber über den Autor kommt man zu folgender Inhaltsangabe:

"Über den Holocaust ist viel geschrieben worden, aber die wichtigste Frage, ist bis heute nicht beantwortet: Wie waren all die „ganz normalen Männer“, gutmütigen Familienväter und harmlosen Durchschnittsmenschen imstande, massenhaft Menschen zu töten? Es gab keine Personengruppe, die sich der Aufforderung zum Morden verschlossen hätte, weshalb Erklärungsansätze, die sich auf die Persönlichkeiten der Täter, ihre Charaktereigenschaften, ihre psychische Verfassung richten, nicht weiterführen.
Harald Welzer untersucht Taten aus dem Holocaust und anderen Genoziden in ihrem sozialen und situativen Rahmen und zeigt, wie das Töten innerhalb weniger Wochen zu einer Arbeit werden kann, die erledigt wird wie jede andere auch. Mit seiner sozialpsychologischen Studie öffnet sich eine Perspektive auf die Täter, die auf beunruhigende Weise erhellt, wie Tötungsbereitschaft erzeugt wird, und wie wenig unseren moralischen Überzeugungen zu trauen ist.


"all die" stimmt nicht. Mein Vater war Pg und hat keinen getötet. Höchstens 14/15, aber da gab es die Nazis noch nicht.

Allgemein kann man sagen, dass die tägliche Arbeit abstumpft. Totengräber, Bestatter, Nutten, Mediziner. Psychologen sollten das eigentlich wissen.

Unter den Nazi-Schergen waren auch Feingeistige, die abends Goethe lasen. Es ist verabsäumt worden zu untersuchen, warum die Täter so waren. "Dienst nach Vorschrift?" Spaß am Töten? Ich glaube, dass die meisten Täter ihre "Arbeit" zum Kotzen fanden. Aber wat mutt, dat mutt.

Himmler musste sich übergeben, als er einem Hinrichtungskommando zusah. Und er "erfand" die Gaskammern, um seinen Leuten die "Drecksarbeit" zu erleichtern.



Ich habe mal eine Diskussion über Dr. Mengele geführt. Was er getan hat, weiß man. Aber über das Warum gibt es keine Informationen.

War es wissenschaftlicher Ehrgeiz? Er hat durch seine Kältemorde die Flugzeugkanzel "erfunden". Dienst nach Vorschrift? Hat er sich morgens auf die Arbeit gefreut? Hat er die Arbeit gehasst? Ich nehme an, es war ihm gleichgültig (geworden).

Was denkt und fühlt ein Bauer, ein Metzger in Schlachthöfen? Was empfindet ein Kaninchenhalter, wenn er zu Ostern das Beil nimmt? Nix.

Mein Vater sprach 14/18 von den "Kameraden von der anderen Rheinseite", nie verächtlich.

berlin

Kaiser aller Tiere - gottähnlich

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8

Dienstag, 3. Februar 2015, 04:29

Der von Lemmy eingestellte Link funktioniert nicht.

Aber über den Autor kommt man zu folgender Inhaltsangabe:

"Über den Holocaust ist viel geschrieben worden, aber die wichtigste Frage, ist bis heute nicht beantwortet: Wie waren all die „ganz normalen Männer“, gutmütigen Familienväter und harmlosen Durchschnittsmenschen imstande, massenhaft Menschen zu töten? Es gab keine Personengruppe, die sich der Aufforderung zum Morden verschlossen hätte, weshalb Erklärungsansätze, die sich auf die Persönlichkeiten der Täter, ihre Charaktereigenschaften, ihre psychische Verfassung richten, nicht weiterführen.
Harald Welzer untersucht Taten aus dem Holocaust und anderen Genoziden in ihrem sozialen und situativen Rahmen und zeigt, wie das Töten innerhalb weniger Wochen zu einer Arbeit werden kann, die erledigt wird wie jede andere auch. Mit seiner sozialpsychologischen Studie öffnet sich eine Perspektive auf die Täter, die auf beunruhigende Weise erhellt, wie Tötungsbereitschaft erzeugt wird, und wie wenig unseren moralischen Überzeugungen zu trauen ist.

Katarina Ke

unregistriert

9

Dienstag, 3. Februar 2015, 09:59

Eine Diskussion muss möglich sein

Hallo,

eine offene Diskussion über dieses Thema muss möglich sein. Es geht nicht darum, Menschen wie Bartholomäus Schink abzuwerten!

Aber es muss auch möglich sein, kontroverse Fragen zu diskutieren. Was ich bis jetzt gelesen habe, lässt nicht darauf schließen, dass Schink ein Widerstandskämpfer war.

Schink wurde Anfang Oktober 1944 in einer Gartenlaube im Blücher-Park verhaftet. Berlin, ihr habt doch im Jungvolk da eure paramilitärischen Übungen gemacht. Hast du in jenen Wochen etwas über diese Verhaftungen gehört?

Hier der Link zu meiner Rezension auf meiner Homepage: http://www.katharinakellmann.de/Buchbesp…chichtslegenden


Mit besten Grüßen

Katharina

Katarina Ke

unregistriert

10

Dienstag, 3. Februar 2015, 10:03

PS

Schink war auch kein "Edelweißpirat". Er hatte wohl im Jahr 1944 lose Kontakte zu diesem Kreis gehabt.

Im Oktober 1944 gehörte Schink zur "Ehrenfelder Gruppe" um den "Kanonen-Hans", wie Hans Steinbrück genannt wurde.

Katarina Ke

unregistriert

11

Dienstag, 3. Februar 2015, 11:33

Warum hatten die Klettenberger Angst vor den Edelweißpiraten? Weil es sich in erster Linie um junge Menschen aus der Arbeiterschaft handelte?

Walter Kempowski ist kein Historiker, sondern Schriftsteller. Diese Gruppierungen als kriminell zu bezeichnen, ist mir etwas zu pauschal.

Die Formulierung "rührselige Geschichtspolitik" habe ich in einer überarbeiteten Fassung der Buchbesprechung gestrichen.

Was mich aber schon wundert, das sind Behauptungen, die beispielsweise in einer Hausarbeit von Schülern aufgestellt werden: http://www.atlant-koeln.de/file_de/Wider…ten%20Reich.pdf


"Die Arbeit der Ehrenfelder Gruppe bestand
meistens aus dem Verstecken von politisch
und sozial Verfolgten. Sie arbeiteten aber
auch mit dem NKFD (Nationalkomitee
Freies Deutschland), einer sehr engagierter Organisation, zusammen."

Ich kenne keine Quelle, die Verbindungen zwischen dem Nationalkomitee Freies Deutschland und der "Ehrenfelder Gruppe" bezeugt. Hans Steinbrück war Kommunist, und das Nationalkomitee war in der Sowjetunion von deutschen Emigranten gegründet worden. Aber ob Ehrenfeld für Wilhelm Pieck und Feldmarschall Paulus so interessant war, möchte ich bezweifeln.
Ich lerne jedoch gerne dazu.

berlin

Kaiser aller Tiere - gottähnlich

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12

Dienstag, 3. Februar 2015, 13:59

Danke, Du bist studierte Historikerin, ich nur Zeitzeuge.

Ich hätte Dir auch bei der Rundschau geantwortet. Aber ich darf weder als berlin, noch als checkmate schreiben. Jürgen Oehler wollte mich vernichten, weil ich ihn wegen des Preisausschreibens beim Chefredakteur lächerlich gemacht habe.

Zum Thema, Du redest von den Edelweißpiraten, speziell Schink, ich vom Widerstand allgemein.

Kempowski (*1929) und ich haben damals nur diffus von den Edelweißpiraten gehört. So wie heute Bande, RAF, Neonazis.

Und noch was. Ich war in keiner NS-Organisation. Mit 8 zu jung. Erst mit 10 konnte man ins Jungvolk aufgenommen werden. Mein Vater war Pg, Block- und Zellenwart. Er hat Beiträge kassiert, Verschüttete geborgen und mit meinem Großvater 37 (?) Brandbomben im Haus gelöscht. Eigentlich war er Volksgenosse, Kamerad und Freiwilliger 14/18. Er ist auf Druck seiner Vorgesetzten (Sie als Deutscher) in die Partei eingetreten worden. So wie ich in die Postgewerkschaft.

berlin

Kaiser aller Tiere - gottähnlich

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13

Dienstag, 3. Februar 2015, 20:17

1938 war ich 4 Jahre alt, ging in den Kindergarten und spielte gern mit dem Puppenhaus meiner Freundin Christa.

Die Edelweißpiraten mochten Kempowski und ich so wenig wie den Massenmörder Haarmann.

14

Dienstag, 3. Februar 2015, 20:30

Schöne Musik, klingt wie Louis Armstrong.

berlin

Kaiser aller Tiere - gottähnlich

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15

Mittwoch, 4. Februar 2015, 00:08


Katarina Ke

unregistriert

16

Mittwoch, 4. Februar 2015, 08:59

Da habe ich mich bei deinem Geburtsjahrgang verschätzt. Ich meinte, mal Jahrgang 1934 gelesen zu haben.

Im Augenblick "wühle" ich mich durch die Literatur und wundere mich, dass die die Rolle der "Ehrenfelder Gruppe" so kontrovers diskutiert worden ist. Bartholomäus Schink scheint eine Art "Ehrenfelder Nationalheld" zu sein. Selig- oder Heiligsprechung gibt es in der katholischen Kirche; nicht jedoch im Bereich Wissenschaft. Wobei unter Historikern die Meinungen gar nicht so weit auseinandergehen.

In der politischen Publizistik scheint es eine Instrumentalisierung zu geben. Wobei Jürgen Roters 2005 einige Überlebende der Edelweißpiraten auszeichnete; die Mitglieder der "Ehrenfelder Gruppe" konnten nicht mehr "dekoriert" werden.
Ob man das überhaupt wollte?

17

Mittwoch, 4. Februar 2015, 12:35

1934 ist richtig. Das heißt, ich war zu jung, um Nazi werden zu können. Ob ich das überhaupt wollte??? Ich weiß es nicht. Fahrtenmesser, Lagerfeuer, Geländeübungen, Norwegenreisen, Uniform, einerseits, aber ich hatte schon Kummulionsunterricht.

Über die Heldenverehrung brauchst Du Dich nicht zu wundern. Wir sind Kardinal Frings, Müllers Aap, Hans Schäfer (WM 54). Wir haben den Dom, den Rhein! Wir (FC) waren mehrmals Deutscher Meister.

Für mich waren die Edelweißpiraten - damals und heute - unbedeutend.

Für mich war nur Georg Elser ein Held. Er war auch Hitlers "persönlicher" Gefangener, den er sich für zuletzt aufsparte.

Scheiß Löscherei! Das schöne Lied (jazz) über Haarmann (mit dem kleinen Hackebeilchen) ist futsch.

18

Mittwoch, 4. Februar 2015, 22:12

Jetzt funktioniert das schöne Lied (jazz) über Haarmann wieder.

cornelius

unregistriert

19

Donnerstag, 5. Februar 2015, 22:51

Zitat Annick

"dann waren die Deutschen zwischen 1933 und 1945 nur noch ein Volk von Widerstandskämpfern."


Stimmt. Ein Kollege meines Vaters lief bei den Amis nur mit Baskenmütze rum und parlte francais. Ja, er war kein Nazi. Aber nicht, weil er nicht wollte. Die Nazis wollten ihn nicht, er war Logenbruder. Später wurde er Ehrenbürger der Stadt Köln.

Auch ehemalige Zuchthäusler nahmen die Nazis nicht auf. Ernst von Salomon im "Fragebogen".

berlin

Kaiser aller Tiere - gottähnlich

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20

Donnerstag, 5. Februar 2015, 23:01

Sogar Hermann Göring war in Nürnberg plötzlich Widerstandskämpfer. "Wenn er das mit den KZs gewusst hätte, nie hätte er das zugelassen."

Verwendete Tags

Ehrenfeld, NS, Widerstand

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