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Kaiser aller Tiere - gottähnlich

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1

Sonntag, 1. März 2015, 13:46

Braunschweig ohne Ende?

tv-orange

Nachdenken über unser Denken - Paris, Kopenhagen, Braunschweig ...
Eigentlich wissen wir doch Alles. Fast alle Informationen sind abrufbar über die Wirklichkeit und das, was tatsächlich geschieht. Wissen ist Macht, so formulierte es einst Bebel. Doch die unübersehbare Masse der Flut an Informationen und Stimulanzien der Medien, Meinungs- und Denkfabriken scheint die Verarbeitungsfähigkeit des Einzelnen so stark zu überfordern, dass sich unser Bewusstsein gepaart mit dem Frust – wir werden doch von vorn bis hinten hinters Licht geführt – in eine geistige Ohnmachtstellung flüchtet. So entsteht das “beste” Klima, um eigenständiges Denken aufzugeben und stattdessen den “Ewigen Wahrheiten” der Mainstream-Losungen auf den Leim zu gehen. ragen wir uns. Machen wir uns doch bitte selbst Gedanken. In diesem Sinne sei dieser Artikel von Susanne Baumstark dem Leser ans Herz gelegt.

Braunschweig ohne Ende?

Die Enttäuschung sitzt sicherlich tief bei jenen in Braunschweig, die sich monatelang auf ihren Schoduvel, den größten norddeutschen Karnevalsumzug, vorbereiteten. Die kurzfristige Absage des Umzugs aufgrund des Hinweises auf einen islamistischen Terroranschlag provoziert die Frage: Hört das irgendwann auch wieder auf oder bestimmen künftig Terroristen darüber, welche Großveranstaltungen stattfinden und welche nicht?

Die Berichterstattung der Leitmedien mag oberflächliche Gemüter beruhigen und manchen Liberalen befrieden: Karneval wird dieses Jahr „als schunkelndes Bekenntnis gegen Terror“ gesehen, schreibt etwa die Welt. Düsseldorf habe mit seinen Motivwagen „ein bemerkenswertes Zeichen“ gesetzt. Zu sehen war dort ein Solidaritätswagen mit Charlie Hebdo, spöttisch dargestellten Terroristen und dem Schild „Satire kann man nicht töten“. Denn man lasse sich natürlich nicht „einschüchtern“ wie die ängstlichen Kölner, die zuvor „kleinlaut“ verkündeten, auf ihren Hebdo-Wagen zu verzichten. Einen enormen „Imageschaden“ habe das bewirkt sowie „scharfe Kritik“, dass „man aus Angst einknicke“.

Seit dem schrecklichen Blutbad in Paris werden den Medienkonsumenten allerlei Anleitungen vorgesetzt, wie sie damit umzugehen haben. Diese Anleitungen basieren allerdings auf zwischen den Zeilen transportierten Behauptungen. Es lohnt einmal, diese Behauptungen sowie die Folgen einer Infragestellung sichtbar herauszustellen. Freilich kann man auch einfach alternative Behauptungen in die Welt setzen. Solche werden gegenüber gestellt:

Behauptung 1:
Schunkeln gegen den Terror ist sinnvoll. Wer da nicht mitmacht, ist humorlos und moralinsauer.

Alternative Behauptung:
Schunkeln gegen den Terror ist sinnlos. Wer da mitmacht, hat eine seltsame Vorstellung von Humor und Moral.

Behauptung 2:
Charlie Hebdo hat stets Satire produziert.

Alternative Behauptung:
Charlie Hebdo hat die Grenze von Satire zur Schmähkritik überschritten. Letztere ist menschenrechtspolitisch nicht gedeckt.

Behauptung 3:
Solidarität mit Charlie Hebdo ist eine Selbstverständlichkeit. Wer diese nicht bekundet, stellt sich auf die Seite der Terroristen und sagt gleichzeitig damit aus: Die ermordeten Redakteure sind selbst schuld.

Alternative Behauptung:
Sich mit Charlie Hebdo zu solidarisieren kann keine kollektive, sondern nur eine persönliche Entscheidung sein. Wer sich dagegen entscheidet, weil er der Schadenfreude nichts abgewinnen kann und lieber über ganz andere Dinge lacht, der stellt sich nicht automatisch auf die Seite der Terroristen. Ein daraus folgender Vorwurf, man denke dann „Die ermordeten Redakteure sind selbst schuld“, ist nichts anderes als eine diffamierende Unterstellung.

Zu Sachen Solidarisierung und Heuchelei lese man gerne das Interview mit dem niederländischen Hebdo-Zeichner Bernard „Willem“ Holtrop im Schweizer Onlinemagazin 20 Minuten: „Wir kotzen auf all die Leute, die sich plötzlich unsere Freunde nennen“*

Behauptung 4:
Wer bei der Karikierung des Terrors nicht mitmacht, hat sich einschüchtern lassen.

Alternative Behauptung:
Wer bei der Karikierung des Terrors nicht mitmacht, um damit nicht noch mehr Öl ins Feuer zu schütten, verhält sich verantwortungsbewusst.

Behauptung 5:
Wer angesichts des Terrors ängstlich ist, der ist kein aufgeklärter, standfester Bürger; er ist schlicht nicht ganz ernst zu nehmen.

Alternative Behauptung:
Wer angesichts des Terrors ängstlich ist, zeigt eine völlig gesunde Reaktion.

Behauptung 6:
Angesichts der Terrorbedrohung kommt es vor allem darauf an, das Image zu wahren. Wer das anders sieht, hat mit scharfer Kritik zu rechnen.

Alternative Behauptung:
Angesichts der Terrorbedrohung kommt es zuerst darauf an, einen noch schlimmeren Krieg mit unvorstellbaren Folgen zu verhindern.

Und nun?

* http://www.20min.ch/ausland/news/story/-…reunde–17621762

Susanne Baumstark

http://www.luftwurzel.net/

2

Sonntag, 1. März 2015, 15:41

Also ich muss sagen diese Düsseldorfer Wagen fand ich überflüssig. Aber Tilly geilt sich halt gerne an diesen Themen auf. :huh:


Deeskalation wäre das Richtige. Aber die beliebtesten Feingeister unserer Zeit sind wohl jene mit einem Henkergemüt.

berlin

Kaiser aller Tiere - gottähnlich

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4

Freitag, 21. September 2018, 20:46

Danke für die Wiederholung von # 1.

Aufstand der entrechteten Raucher.

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Verwendete Tags

einknicken, Karneval, Terror, wehrhaft

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